Promis in Berlin : Alarmstufe Rot

Goldene Kamera, Berlinale, Musikpreis Echo: In den nächsten zwei Wochen werden so viele Showstars wie selten über den berühmten Teppich schreiten. Zumindest muss sich keiner der prominenten Gäste sorgen machen, kein Fünf-Sterne-Hotel zu finden.

Elisabeth Binder
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So elegant wie Claudia Schiffer kommen nicht alle Stars zur Berlinale. -Foto: Oliver Kern/Otto-Müller Verlag

Das Stargewitter wird knapp zwei Wochen anhalten und diesmal vermutlich eine neue Dimension der Heftigkeit erreichen. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit beteiligte sich an Bemühungen, die dichte Folge von Großveranstaltungen zu entzerren, um das Berlinleuchten besser übers Jahr zu verteilen und Star-Staus zu vermeiden. Aber fruchten werden die Bemühungen wohl erst im kommenden Jahr.

Kaum haben die Veranstalter der Fashion Week ihre Catwalks wieder eingepackt, geht das Glitzern am Mittwoch richtig los, wenn im Ullsteinhaus unter anderem Robert de Niro, Kylie Minogue, Chuck Berry und Tokio Hotel mit Goldenen Kameras geehrt werden. Hier können sich die Ehrengäste schon mal auf dem roten Teppich für die Berlinale warmlaufen, die am folgenden Abend mit dem angekündigten Besuch der Rolling Stones am Potsdamer Platz mit einem echten Paukenschlag loslegt. Erwartet werden außerdem Stars wie Scarlett Johansson, Natalie Portman, Madonna und Bollywood-Star Shahrukh Khan.

Und dann gibt es am Rande der Berlinale noch jede Menge Veranstaltungen, die den vorhandenen Glamour für eigene Zwecke nutzen, am erfolgreichsten bislang die Gala „Cinema for Peace“, außerdem lädt Berlinale-Sponsor VW zu einem großen Fest in die Akademie der Künste. Mercedes feiert im Borchardt und einen neuen Filmball wird es auch geben. Als sei das alles nicht genug, fällt in diesem Jahr auch noch die Echo-Verleihung in die Berlinale-Zeit. Erwartet werden Gesangsstars wie Leona Lewis, Ich+Ich, Alicia Keys und James Blunt.

Berlinale- Chef Dieter Kosslick ist über die Ballung der Events nicht besonders glücklich. Es wäre aus seiner Sicht sinnvoller, wenn sich die Megaevents besser verteilen würden, auch für die Wirtschaft der Stadt. Klaus Wowereit hat sich dafür eingesetzt, dass zumindest der „Echo“ im nächsten Jahr nicht wieder zeitgleich zum Filmfest stattfindet. Die Musikindustrie habe einfach nicht an die Berlinale gedacht, verriet er am Rande der Fashion Week. Das sei ein Unglücksfall gewesen. Diesmal sei es zu spät, noch etwas zu ändern. Immerhin konnten offenbar Pläne, die Goldene Kamera mitten in die Berlinale auf den Sonnabend zu verlegen, abgewendet werden.

Problembewusstsein ist da. Den großen Überblick pflegen die Teilnehmer am „Runden Tisch Tourismus“, dem neben Wowereit unter anderem der Wirtschaftssenator, die Berlin Partner GmbH und wichtige Unternehmer angehören. Sprecher ist DEHOGA-Präsident und Interconti-Chef Willy Weiland. „Grundsätzlich ist es natürlich immer sinnvoll, das Programm zu entzerren“, sagt er. „Aber die Stars kommen nicht wegen einer Veranstaltung, sondern wegen zwei oder drei.“ Und bei mehr als zwanzig Fünfsterne-Hotels sei es auch kein Problem, alle unterzubringen. „Es könnten sogar ruhig noch mehr kommen. Berlin ist da dehnungsfähig.“ Auch bei Berlin Partner sieht man die Kapazitäten der Hotels längst nicht erschöpft. „Wir könnten parallel auch noch gut einen Chirurgenkongress verkraften“, sagt ein Sprecher. Allerdings arbeitet Berlin Partner jetzt an einer Website, um die Termine besser zu koordinieren. Für Berlin könne sich eine gewisse Ballung sogar gut auswirken, heißt es – weil sich dadurch eine Schlagkraft entwickele, die Berlin auch in die internationalen Medien katapultiere.

Morgen startet der Berlinale-Vorverkauf. Karten gibt es unter anderem täglich von 10 bis 20 Uhr in den Potsdamer-Platz- Arkaden und unter www.berlinale.de.

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