Promis in Berlin : Von Filmstars und Ziegen

Die Berlinale ist vorbei, da reisen die Hollywoodschauspieler schon wieder an. Matt Damon und Emma Thompson kommen – aber auch tierische Gäste.

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Emma Thompson kommt als Nanny nach Berlin. -Foto: AFP

Nach der Premiere ist vor der Premiere – in Berlin ist das eine Binsenweisheit. So sortierten die Autogrammjäger der Stadt am Sonntag wohl noch die Trophäen des an diesem Tag endgültig sich neigenden Festivals, als in der Kulturbrauerei abends schon wieder der rote Teppich ausgerollt wurde. Auf dem Programm: „Unsere Ozeane“, ein Dokumentarfilm des Duos Jacques Perrin und Jacques Cluzaud, das bereits vor Jahren mit „Nomaden der Lüfte – das Geheimnis der Zugvögel“ erfolgreich war. Der Film stand 2002 sogar auf dem Programm der Berlinale.

1996 war Perrin als Produzent bei „Mikrokosmos – Das Volk der Gräser“ dabei. Diesmal ging es in die Tiefen der Meere, zu mehr als 50 über die Erdkugel verstreuten Drehorten, wo spektakuläre Aufnahmen gelangen – „eine Kino-Symphonie über die Ozeane, den Ursprung allen Lebens“, wie es verheißungsvoll heißt.

Auf roten Teppichen haben es die Stars von „Unsere Ozeane“ naturgemäß schwer, ganz anders als Matt Damon, obwohl sein für den 3. März angekündigter Besuch diesmal ganz im Zeichen der Farbe Grün steht: keine Premiere, vielmehr ein Interviewmarathon gemeinsam mit Regisseur Paul Greengrass zu „Green Zone“. So heißt sein neuer Film, der Titel meint den halbwegs sicheren Teil Bagdads. Aus der grünen Zone bricht US-Offizier Roy Miller kurz nach der Eroberung der Stadt 2003 zu einem Einsatz in die hochgefährliche Umgebung auf – und sieht sich mit einer Verschwörung in den eigenen Reihen konfrontiert. Gespielt wird Miller von Damon, der schon fast als Halb-Berliner gelten kann, so oft war er in den vergangenen Jahren in der Stadt, sei es zu Interviewrunden, zu Premieren oder zu Dreharbeiten. Im Winter 2003/04 stand er hier monatelang für „Die Bourne Verschwörung“ vor der Kamera, 2007 für „Das Bourne Ultimatum“ waren es immerhin vier Tage. Damals stellte Berlin auch Moskau dar, Bagdad-Szenen sind hier zum Glück nicht mehr möglich.

Nur einen Familienkrieg gilt es in „Eine zauberhafte Nanny – Knall auf Fall in ein neues Abenteuer“ zu schlichten, der zweite Fall des mit magischen Kräften ausgestatteten Kindermädchens Nanny McPhee. Gespielt wird die mit Knollennase, Warzen und einem hervorstehenden Schneidezahn geschlagene Supernanny erneut von Emma Thompson, die bereits am 2. März kommt, ebenfalls um den Film der Presse vorzustellen. So hatte sie es schon vor vier Jahren beim ersten Teil gehalten, der für die Schauspielerin, wie sie bekannte, auch ein Film über die Macht der Liebe war: Durch sie verändere sich die Wahrnehmung eines Menschen.

Dorian Gray dagegen wird immer gleich wahrgenommen, verändert niemals sein Aussehen, weder Alter noch Laster vermögen seinem makellosen Aussehen etwas anzuhaben, für den physischen Verfall hat er sein magisches, sich statt seiner veränderndes Gemälde. Der Roman von Oscar Wilde ist schon über ein Dutzend Male verfilmt worden, zuletzt von Regisseur Oliver Parker, der am 3. März mit Hauptdarsteller Ben Barnes seinen Film in Berlin vorstellt. Der Durchbruch des Schauspielers liegt erst zwei Jahre zurück, als Titelheld in „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“.

Noch immer kann man auch damit rechnen, in Berlin Liam Neeson über den Weg zu laufen. In dieser Woche gerade nicht, da ist das Filmteam von „Unknown White Male“ vorübergehend nach Leipzig umgezogen, danach aber geht es zurück nach Potsdam ins Studio Babelsberg und auch wieder auf die Straßen von Berlin. Seit Neuestem mit im Boot: Bruno Ganz.

Kaum Angaben gibt es bislang zur Besetzung von „Anonymous“, dem nächsten Film von Roland Emmerich, der Ende März in Babelsberg mit dem Drehen beginnt. Einen Darsteller konnte man immerhin auf der Berlinale besichtigen: Edward Hogg war einer der Shooting Stars.

Die nächste Premiere steht bereits wieder am kommenden Montag an: die Militärsatire „Männer, die auf Ziegen starren“ mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges und Kevin Spacey, die aber alle nicht kommen. Es ist eben keine Glamour-, sondern eine Charity-Premiere. Die Spenden des Abends sollen dem Verein Care und seinem Projekt „Care for Goats“ zugute kommen, mit dem in Entwicklungsländern Ziegen für notleidende Familien gekauft werden. Zwar werden auch einige Sondergäste geladen, sie dürfen allerdings nicht mit ins Kino, was alle andere Besucher schon aus olfaktorischen Gründen begrüßen werden: Bei den Sondergästen nämlich handelt es sich um – Ziegen.

Eine Woche darauf wird zur Premiere ins Colosseum in der Schönhauser Allee gebeten, mit Rücksicht aufs eher junge Publikum nachmittags. Die Stars heißen diesmal Diana Amft, Armin Rohde, Reiner Schöne und Catherine Flemming, ihr Motto lautet: „Wir machen euch die Hölle heiß!“ Die „Wilden Kerle“ waren gestern, jetzt kommen die „Teufelskicker“.

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