Pünktlicher Preis : Artur Brauner trägt nun eine Berlinale-Uhr – für fast 4000 Euro

Nur 58 Exemplare gibt es, aber das kann Schauspieler Artur Brauner egal sein, denn er hat schon eine der Berlinale-Uhren. Tagesspiegel-Leser können mit etwas Glück eine für den guten Zweck ersteigern.

Cay Dobberke

Bei der Central Cinema Company, dem 1946 gegründeten Filmstudio von Artur Brauner, habe sie einst ihren ersten Vertrag als Nachwuchs-Filmschauspielerin bekommen, erinnerte sich Brigitte Grothum, 74, am späten Montagabend. Umso erfreuter war sie, ihrem früheren Chef eine Auszeichnung zu überreichen: Im Vorfeld der Berlinale erhielt Brauner für sein cineastisches Gesamtwerk den ersten „Askania-Film-Award“ der Berliner Uhrenmanufaktur Askania.

Der 89-Jährige wurde schon vielfach geehrt – zum Beispiel mit dem Goldenen Bären der Berlinale, dem Deutschen Filmpreis, dem Golden Globe und dem Oscar. Eine Besonderheit des jetzt verliehenen Preises ist aber, dass Brauner ihn ständig am Handgelenk tragen kann: Es handelt sich um die neue „Berlinale-Uhr“. Kostenpunkt: Exakt 3895 Euro. „Unser Haus besinnt sich auf seine lange Filmtradition“, sagte Askania-Vorstandschef Leonhard Müller bei der Preisverleihung und Uhrenpräsentation in den Hackeschen Höfen, wo das Unternehmen seine Ausstellungsräume hat. Tatsächlich wurde die 1871 in Friedenau gegründete Firma für „Präzisionsmechanik und Optik“ nicht nur durch Bordinstrumente für Schiffe und Flugzeuge bekannt, sondern auch durch Kameras und Projektoren. Der berühmteste mit einer Askania-Kamera gedrehte Film war „Der Blaue Engel“ mit Marlene Dietrich. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es die Firma lange nicht mehr – bis zur Neugründung als einzige Berliner Uhrenmanufaktur vor zwei Jahren.

Die Berlinale-Uhr ist auf gerade einmal 58 Exemplare limitiert, Artur Brauners hat die Nummer 01-58 (die 58 steht für die 58. Internationalen Filmfestspiele). Ein anderes Exemplar können Tagesspiegel-Leser ab Donnerstagfrüh bei einer Online-Auktion ersteigern (www.tagesspiegel.de/askania). Der Erlös kommt dem Julius-Stern-Institut der Universität der Künste zugute, das musikalisch hoch begabte Kinder und Jugendliche fördert. Einige der Nachwuchsmusiker spielten in den Hackeschen Höfen und bewiesen so ihr Talent. Die Institutsvorsitzende, Berlins ehemalige Justizsenatorin Karin Schubert, bedankte sich für die Unterstützung. Askania sieht darin den Beginn einer regelmäßigen Kulturförderung.

Zu den Details der handgefertigten Berlinale-Uhr gehören ein poliertes Edelstahlgehäuse mit Zwiebelkrone, ein Automatikwerk und Details wie „gebläute Schrauben“. Um die größte Besonderheit zu sehen, muss man sie umdrehen: Unter einem transparenten „Sichtboden“ erblickt man auf der Rückseite das Berlinale-Logo mit dem Bär. Cay Dobberke

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