Queen statt Schwanensee : „Rock the Ballet“ gastiert im Admiralspalast

Ein Ensemble aus jungen Künstlern tanzt bis Ende Januar zu Musik von Queen, Prince und Michael Jackson.

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Hunderte Teenagerbeine springen von den Sitzen auf, die dazu gehörigen Mädchenstimmen kreischen sich heiser, die Köpfe laufen rot an. Rasta Thomas hat sein Ziel also auch an diesem Abend erreicht, im Teatre Victoria in Barcelona. Und zwar mit U2, nackten Oberkörpern und ein paar Gummipuppen. Aber dazu später mehr.

„Ich will jungen Menschen Lust auf das Ballett machen“, sagt der 28-Jährige hinterher im Café und nippt an seinem Wasser. Dafür hat Thomas, der bis 2007 als klassischer Ballettänzer gearbeitet hat, ein neues Ensemble aus jungen Künstlern zusammengestellt, die er „Amazing Boys of Dance“ genannt hat. Mit ihnen und seiner Frau Adrienne Canterna tanzt Rasta nun „Pop-Ballet“, wie er es nennt: Die jungen Tänzer verbinden klassisches Ballett mit Elementen aus dem Jazz, Hip-Hop oder Modern Dance. Vom 26. bis zum 31. Januar ist „Rock the Ballet“ im Admiralspalast zu sehen.

Die Musik für die Show kommt vom Band – und stammt vor allem von Queen, Prince und Michael Jackson. Hinter den Tänzern werden Bilder auf eine riesige Leinwand projiziert, die an einen überdimensionalen Bildschirmschoner erinnert. Zu „Bicycle Race“, „We will rock you“ oder „Billy Jean“ tanzen und springen die Jungs rotzig, aber gekonnt über die Bühne. Als Maria Callas dann – ganz klassisch – die „Habanera“ aus Bizets Carmen singt, zerren die Tänzer Gummipuppen als Tanzpartnerinnen auf das Parkett. Getanzt ist der Abend hervorragend. Rasta und seine Frau Adrienne haben schon früh Ballettwettbewerbe gewonnen und für Ensembles in Frankreich, Russland oder Japan gearbeitet. Und auch Rastas junge Tänzer sind Profis, haben eine klassische Ausbildung und standen schon am Broadway auf der Bühne.

„Rock the Ballet“ wird von Rasta Thomas und seiner Frau Adrienne nicht nur choreografiert – beide tanzen selbst mit: Adrienne ist auf der Bühne die Henne im Korb, und Rasta eigentlich immer derjenige Tänzer, der sie am Ende der Choreografien bekommt. „Mit diesem Projekt kann ich mein künstlerisches Potenzial endlich ganz ausschöpfen“, sagt der 28-Jährige, und lächelt seine Frau an, die ihm gegenübersitzt. Er habe sich gerade daran erinnert, wie er eigentlich zum Tanz gekommen sei: „Meine erste Ballettstunde war eine Strafe“, sagt er. Sein Vater habe ihn damit für sein schlechtes Benehmen beim Kampfsport rügen wollen. Eine Strafe, die Thomas zeigte, was er wirklich machen wollte. Auf der Suche nach neuen Tänzern surft der 28-Jährige übrigens häufig im Internet: Wer ihm dabei helfen möchte, das Ballett zu rocken, kann also anfangen zu trainieren – und dann als Nachwuchstänzer ein Video auf Youtube hochladen. Rita Nikolow

„Rock the Ballet“ ist bis zum 31. Januar im Admiralspalast zu sehen, die Karten kosten zwischen 23 und 54 Euro.

Eintrittskarten gibt es im Netz unter: www.berlin-ticket.de

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