Rapper in Erklärungsnöten : Rechtliche Schritte gegen Bushido

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo plant eine Strafanzeige gegen den Berliner Rapper Bushido. Hintergrund: Bushido hat sich für seine Ausfälle beim Konzert gegen Jugendgewalt am Brandenburger Tor bislang nicht entschuldigt.

Sophie Guggenberger
Bushido
Glück im Unglück. Bushido hatte Anfang der Woche einen schweren Autounfall mit Total-Schaden. -Foto: dpa

BerlinDas Schwulenprojekt Maneo prüfe derzeit rechtliche Schritte gegen den umstrittenen Rapper, sagte Projektleiter Bastian Finke. Grund sei, dass sich Bushido bei seinem Auftritt Ende August vor dem Brandenburger Tor abfällig gegenüber protestierenden Schwulengruppen geäußert und sie mit ausgestrecktem Mittelfinger bedacht hatte. Bisher habe er sich dafür aber noch nicht entschuldigt.

Die Beleidigungen des Berliner Rappers lösten Empörung aus. Bushido habe sich bislang mit keiner Silbe von homophober Gewalt distanziert, sagte Finke. Fadenscheinige Ausreden, wonach Texte wie "Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel" nicht ernst gemeint seien, könnten keiner ernsthaften Kritik standhalten. Auch der Zentralrat der Juden hatte angekündigt, wegen antisemitischer Texte rechtliche Schritte zu prüfen.

Bushido erleidet schweren Autounfall

Bushido selbst hat momentan gewiss andere Sorgen. Anfang der Woche hatte er früh morgens einen schweren Autounfall mit Total-Schaden. Der Rapper befand sich auf dem Weg zu einer Fernseh-Aufzeichnung und fuhr auf der A1 Richtung Köln. "Wir hatten Aquaplaning", erzählt Bushidos Pressesprecher Lars Amend, der auch mit im Auto saß. "Im Zick-Zack-Kurs sind wir über die Autobahn geschlittert und dann gegen eine Mauer gerast", sagt Amend. Alle blieben jedoch unverletzt. "Wir müssen hunderte von Schutzengeln gehabt haben", so Pressesprecher Amend. Der 4. September sei wie ein zweiter Geburtstag, sind sich Amend und Bushido einig. (mit ddp)

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