Stadtleben : Riesige Sternschnuppe erhellte den Himmel

„So was habe ich im Leben noch nicht gesehen“, sagt Lothar Schreier, „das war faszinierend.“ Er meint das Phänomen am Himmel an diesem Wochenende, in der Nacht zu Sonnabend: Ein riesiger Feuerball mit Schweif, der sechs Sekunden lang glühte und sich dann in drei Teile spaltete. Der 62-Jährige sah die Sternschnuppe in Lichterfelde „direkt hinter den Dächern“. Von Kreuzberg aus gesehen glühte der Feuerball knapp unterm Großen Wagen.

„Das war ein verglühender Meteorit“, erklärt Sirko Molau aus Bayern, gebürtiger Berliner und einer der bekanntesten Hobbyastronomen Deutschlands. Diese Teilchen, die das Feuerwerk beim Eindringen in die Erdatmosphäre in knapp hundert Kilometern Höhe fabrizieren, seien nur staub- bis kirschkerngroß. „Dafür sind sie zehn bis 70 Kilometer pro Sekunde schnell, deshalb der Schweif“, sagt Molau. „Die Feuerkugel raste westlich an Berlin vorbei“, erklärt der Bernauer Wissenschaftler Thomas Grau vom „European Fireball Network“. Fotos würden erst ausgewertet, Videos gesucht (Kontakt: www.ausgangspunkt-erde.de). Bald folge ein ganzer Meteoritenstrom. Sirko Molau hält nichts vom „netten Aberglauben“ des Wünschens: „Ich habe schon so viele Sternschnuppen gesehen, ich hätte bis zum Lebensende ausgesorgt.“

Dem Berliner Sternenkundler Konrad Guhl zufolge kann man derzeit nachts sogar die Internationale Raumfahrtstation ISS wie einen sehr hellen Satelliten strahlen sehen. Gegen Jahresende wird der Himmel erneut leuchten: Dann, wenn der kühlschrankgroße, gezielt von der ISS abgeworfene alte Tank mit Weltraumschrott wie der Meteorit verglüht, verdampft und sich ins Nichts auflöst. Erst mal flog Guhl gestern aber nach Sibirien, zur Sonnenfinsternis am 1. August. kög

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