Rihanna in Berlin : Mit Schirm, Charme und Methode

Auftritt der Woche: Der Song „Umbrella“ machte Rihanna auch in Deutschland zum Star. Heute singt sie in der Columbiahalle.

Sebastian Leber
Rihanna
Zum Zuhören. Rihanna bei ihrem Auftritt bei "Wetten dass..? vor zwei Wochen. Thomas Gottschalk war beeindruckt. -Foto: ddp

Britney Spears hat in den vergangenen Jahren viele Fehler gemacht. Der hier war vielleicht ihr schlimmster: Als der amerikanische Musikproduzent Tricky Stewart der krisenverwöhnten Sängerin anbot, einen seiner neuen Songs zu vertonen, zeigte sie kein Interesse. Stewart fand die Melodie trotzdem großartig und suchte sich Ersatz. „Umbrella“ wurde der Popsong des Jahres.

Das Lied mit dem echohaften, zum Mitsingen reizenden „Ella, ella, ella, eh, eh“ im Refrain schaffte es weltweit in allen wichtigen Charts auf Platz eins. Und Interpretin Rihanna wurde auch in Deutschland zum Star. Eigentlich heißt die 19-Jährige Robyn Fenty, Rihanna ist ihr zweiter Vorname, sie kommt vom Inselstaat Barbados auf den Antillen. Seit drei Jahren macht sie professionell Musik, in dieser Zeit hat sie acht Millionen Alben verkauft. Manche halten sie für die nächste Beyoncé Knowles. Andere glauben, dass sie weit mehr Talent hat.

Jetzt ist Rihanna zum ersten Mal mit eigener Band auf Deutschlandtour. Heute tritt sie in der Columbiahalle auf, die letzten Vorverkaufskarten gingen am Wochenende weg. Als sie vor zwei Wochen bei „Wetten dass..?“ zu Gast war und ihre neue Single „Don’t Stop the Music“ sang, war Thomas Gottschalk so beeindruckt, dass man ihn kaum wieder erkannte: Er versuchte erst gar nicht zu flirten, machte keine anzüglichen Scherze über Rihannas lange Beine, traute sich nicht einmal, sie zu tätscheln. Stattdessen lobte er die musikalischen Qualitäten der Sängerin. Das gab es bei „Wetten dass..?“ schon lange nicht mehr.

Der Show-Stress ist ihr manchmal ein bisschen zu viel, sagt Rihanna. Das viele Touren, das frühe Aufstehen, die Interviews. Die Klatschpresse und die Paparazzi haben sich auf sie eingeschossen: Laufend werden ihr neue Romanzen angedichtet, zum Beispiel mit den Hollywoodstars Shia LaBeouf und Josh Hartnett, auch mit Justin Timberlake soll sie auf einer Party plötzlich verschwunden sein. Und angeblich hat sie ihre Beine mit einer Million Dollar versichert.

Aber die 19-Jährige spielt auch mit, dementiert Falschmeldungen nur halbherzig oder zeitverzögert. Für ein Männermagazin zog sie sich ein bisschen aus und verriet, an welchen vier Körperstellen sie tätowiert sei. Eigentlich spricht vieles dafür, dass Rihanna bald in den Abwärtsstrudel aus erfundenen und echten Skandalen gerät, wie so viele ihrer jungen Kolleginnen, und irgendwann in der Entzugsklinik landet. Aber so wird es nicht kommen: Ihr Vater war cracksüchtig und starb früh. Warum zu Hause ständig Pfeifen mit Alufolie drin herumlagen, hat sie erst spät verstanden. Die Bilder sind ihr noch präsent und werden sie hoffentlich von den größten Dummheiten abhalten, sagt sie. Und noch etwas unterscheidet Rihanna von anderen Jungstars: Sie verzichtet auf Kollegenschelte. Selbst dem unsäglichen Auftritt von Britney Spears bei den MTV-Awards gewann Rihanna eine gute Seite ab: „Sie hat doch ihr Bestes gegeben. Also lasst sie in Ruhe“. Rihanna selbst gewann an dem Abend die zwei wichtigsten Trophäen.

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