Sabine Christiansen : Großer Auftritt zum Abschied

Nach der letzten Sendung feierten 500 Prominente und Weggefährten Sabine Christiansen mit einem triumphalen Fest.

Elisabeth Binder
Christiansen
Auf ihrer Abschlussparty im Hotel Intercontinental tanzte die Moderatorin mit Klaus Wowereit eng umschlungen. -Foto: Eventpress Herrmann

So schön klingt der Sieg der Liebe über Häme, Neid und Mobbing. Gerade hat NDR-Intendant Jobst Plog noch einmal all die Anfeindungen und Kritik-Attacken angesprochen, die Sabine Christiansen in den Talkshow-Jahren aushalten musste, da schließt sie ihrem sehr persönlichen Dank vor allem an die unbeirrbar treuen Mitarbeiter eine noch persönlichere Bemerkung an, leise, im Applaus fast untergehend: „Je t’aime, mon amour“, sagt sie in Richtung ihres Lebensgefährten Norbert Medus. Die Zeit des Kampfes ist vorbei. Jetzt darf es endlich schön werden.

Es ist eine triumphale Nacht im Interconti nach der letzten Sendung, denn alle sind zufrieden. Renate Künast muss lediglich kurz eine schmerzverzerrte Miene aufsetzen, als es einer der männlichen Redner partout nicht lassen kann, doch noch mal den „Charme“ der „Blondine“ herauszustreichen. Er meint damit Christiansen, die nebenbei in Deutschlands berühmtestem geheimen Netzwerk höchst effizient Politikerinnen mit Journalistinnen zusammengebracht und sich um die Sache des Feminismus also auch sehr verdient gemacht hat.

Aber sonst sind alle glücklich. Bischof Wolfgang Huber darüber, dass Christiansen die Gesprächskultur in diesem Land vorangebracht habe. Am Anfang sei er in ihren Runden nämlich kaum zu Wort gekommen, weil er als Bischof ja nicht einfach den Leuten ins Wort fallen konnte, später habe sich das sehr gebessert, und nun sehe er einen bleibenden Effekt. Ihr häufigster Gast, Guido Westerwelle, preist ihren großen Fleiß, und dass sie so hart arbeite wie ein Politiker. Fußballexperte Reiner Calmund schwärmt von der Bodenständigkeit der privaten Christiansen, von ihrer Selbstdisziplin. Die habe „gar keinen Fimmel“, mache einen Knochenjob wie ein Profifußballer, und an denen werde ja auch immer rumgemäkelt. Noch lieber als in ihrer Sendung hat Altbundespräsident Walter Scheel sie am Fernsehen gesehen, weil er da immer erfuhr, was die Menschen wirklich bewegt. Das mit dem Fernsehen wird ihm bleiben, man rede schon über neue Projekte, hat Jobst Plog verraten.

RBB-Intendantin Dagmar Reim bekennt offen, dass sie weder in der Lage noch bereit gewesen wäre, so viel einzustecken. Heiner Geißler spricht mit Rita Süssmuth, Udo Walz, der treu frisierende Freund, freut sich auf freie Sonntage, während Jette Joop von neuen Plänen erzählt. Der Bundespräsident zieht lächelnd eine Runde, der israelische und der französische Botschafter stecken die Köpfe zusammen.

Christiansen
Christiansens Freund Norbert Medus brachte seine Kinder Lucas, Martin und Synthia mit. -Foto: Eventpress Herrmann



Und mittendrin steht Nobert Medus, der Lebensgefährte Christiansens. Beim Small Talk erinnert er daran, wie kürzlich bei einer Berliner Gala Schimon Peres das Lob der Frauen gesungen hat, weil sie anders, als die eher am Krieg orientierten Männer es vermöchten, Frieden schafften. Trotzdem glaubt er, dass Sarkozy für sein eigenes Land gut sei. Aber sie würden bestimmt nicht die ganze Zeit in Paris leben, sondern auch viel Zeit in Berlin verbringen. Und dann sagt er etwas Merkwürdiges: „Die Deutschen sind so warmherzig.“ Das von einem Franzosen zu hören, ist so wider alle Klischees, dass es fast wie ein Wunder klingt. Die Liebe vermag eben wirklich alles.

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