Sam Riley : Schauspielers Lieblingsszenen

Der britische Schauspieler Sam Riley ("Control") lebt mit Alexandra Maria Lara in Charlottenburg. Heute lädt er zur „Filmstunde“ in der Schauspielschule des Bezirks.

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Foto: dpadpa

Zwar möchte Sam Riley nicht ausplaudern, welchen Film er am heutigen Sonnabend bei der „Filmstunde“ in der Schauspielschule Charlottenburg zeigen wird. Eins kann der britische Schauspieler aber vorab verraten: „Es wird bestimmt nicht ‚Control‘ sein“, sagt er und lacht vergnügt.

Die Hauptrolle in Anton Corbijns düster-hypnotischem Film über den Joy-Division-Sänger Ian Curtis, der sich im Mai 1980 kurz vor seinem 24. Geburtstag das Leben nahm, hat aus Riley 2007 in kürzester Zeit einen Star gemacht – und einen, wie er sagt, glücklichen Mann. Denn bei den Dreharbeiten lernt der heute 30-Jährige die deutsche Schauspielerin Alexandra Maria Lara kennen und lieben, 2009 heiratet das Paar und lebt nun in Charlottenburg in der Nähe des Kurfürstendamms.

Die Idee für die „Filmstunde“, bei der ein Gast Lieblingsszenen aus einem für ihn bedeutsamen Film vorstellt und danach darüber mit dem Publikum diskutiert, stammt von Alexandra Maria Lara. Ihr Vater, Valentin Platareanu, leitet die Schauspielschule in der Otto-Suhr-Allee seit fast zwanzig Jahren. Hier hat die gebürtige Rumänin, die schon im Alter von elf Jahren vor der Kamera stand und unter anderem mit Regisseuren wie Uli Edel, Helmut Dietl, Stephen Daldry oder Francis Ford Coppola drehte, einige Jahre selbst Schauspielunterricht genommen.

Ganz anders Sam Rileys Werdegang: Zwar will der in Leeds geborene Junge schon früh gern Schauspieler werden, bewundert die Werke von Coppola und Martin Scorsese und schaut mit seinem Bruder zahlreiche Western und Kriegsfilme. Doch als er sich nach der Schule an renommierten Londoner Instituten bewirbt, hagelt es eine Absage nach der anderen. „Alle meinten, mir fehle Talent“, sagt Riley, der daraufhin als Sänger mit den Bands „10.000 things“ und „Horned Owls“ durch die Lande zieht und kleinere Filmrollen übernimmt bis Regisseur Corbijn ihn für „Control“ entdeckt. In Berlin macht Riley im Augenblick keine Musik, was er nur zum Teil bedauert: „Ich vermisse es zwar, bin aber auch froh, aus diesem knallharten Geschäft heraus zu sein. Vor allem wenn ich sehe, dass meine Jungs noch immer auf den gleichen kleinen Bühnen spielen.“

In Sam Rileys Englisch mischen sich oft deutsche Wörter und Phrasen. Mit „Alex“, wie er seine Frau Alexandra nennt, spricht er zu Hause eine Mischung aus Deutsch und Englisch. Deshalb kommt ihm ein Satz wie „Ich habe noch nie so viel Schnee gesehen wie diesen Winter in Berlin“ auch schon leicht über die Lippen. Doch Sam Riley will die Sprache noch besser lernen.„Dann verstehe ich endlich Alex‘ frühere Filme, die alle nicht untertitelt sind“, sagt er. Dieses Jahr kommen zwei neue Filme heraus, in denen Riley mitspielt: die Graham-Green-Verfilmung „Brighton Rock“ und „13”, das Remake eines französischen Thrillers. Ob er 2010 wieder vor der Kamera stehen wird, weiß Riley noch nicht. Er sei bei Drehbüchern sehr wählerisch, so der Schauspieler. Nur eins hat er sich für diesen Sommer schon fest vorgenommen: „Ich will wieder viel schwimmen, im Schlachtensee“, sagt er – auch das ganz selbstverständlich auf Deutsch. Eva Kalwa

Schauspielschule Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 94. Die „Filmstunde“ ist am heutigen Sonnabend um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Informationen im Netz unter www.schauspiel-schule.de oder der Telefonnummer 34097731.

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