Schloss Bellevue : Köhler lädt zur Gartenparty

Der Bundespräsident feiert das Sommerfest in Schloss Bellevue. Die Gästeliste fällt etwas länger aus: 4000 Menschen kommen, vor allem engagierte Bürger aus allen Teilen des Landes.

Elisabeth Binder
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Foto: dpa

BerlinEs ist das nützlichste Fest des Jahres, eine Feier des ehrenamtlichen Engagements. Am Freitag lädt Bundespräsident Horst Köhler zum Sommerfest in den Park vom Schloss Bellevue. Neben dem früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Abgeordneten, Diplomaten und Künstlern sind unter den 4000 Gästen vor allem engagierte Bürger aus allen Teilen des Landes, die sich auf dem Schlossrasen begegnen. Die Geladenen eint das Talent zum Inspirieren. Wenn sich während des Festes neue Ideen und Initiativen ergeben, wäre das im Sinne des Gastgebers. Wie in den vergangenen Jahren auch soll es für die engagierten Bürger aber auch Gelegenheit geben, mit Prominenten ins Gespräch zu kommen, die sie sonst nur aus dem Fernsehen kennen.

Rehabilitiert ist inzwischen Hape Kerkeling. Vor 18 Jahren scheiterte der Comedy-Star noch bei dem Versuch, als Königin Beatrix das Schloss zu entern. Als geläuterter Jakobspilger darf er diesmal ganz korrekt mit Einladungskarte in den Schlossgarten. Zugesagt haben auch Schauspieler Robert Stadlober, Dieter Hallervorden, Sänger Max Raabe, Heino und Hannelore und Ballettstar Vladimir Malakhov.

Um „Bildung – Zukunft – Engagement“ geht es in diesem Jahr schwerpunktmäßig. Wie in den vergangenen Jahren dürfen sich die Sponsoren nicht mit Produkten vorstellen, sondern ausschließlich mit ihren gemeinnützigen Projekten. Außerdem gibt es eine Galerie der Ehrenamtlichen. Das hat den Vorteil, dass an diesem Tag das Hauptaugenmerk auf die ganze Vielfalt phantasievoller Projekte fällt, mit denen gesellschaftliche Probleme in Angriff genommen werden. Das Sommerfest des Bundespräsidenten macht gute Laune nicht nur durch Essen und Trinken, sondern vor allem auch durch den gesellschaftlichen Optimismus, der dort verbreitet wird.

Die Bürgerstiftung Berlin ist zum Beispiel mit ihrem Projekt „Zauberhafte Physik“ vertreten, in dem Maren Heinzerling, pensionierte Diplom-Ingenieurin, zusammen mit 23 weiteren Paten an Berliner Grundschulen die Lust auf das schwierige Fach anheizt. Beliebte Experimente sind der „Eierfahrstuhl“ und die „schwebende Postkarte“.

Auch sonst zeigen die Partner des Festes viel Fantasie. Die Daimler AG präsentiert zum Beispiel die 2003 gestartete Initiative Mondialogo, ein weltweites Netzwerk zwischen Schulen und Universitäten, das den Wissenstransfer verbessern und Ideen für Klimaschutz und zur Verringerung der Armut finden soll. Die Bundesdruckerei fördert unter anderem die Stiftungsprofessur „Secure ID“, die zum Beispiel an der FU die erste Vorlesungsreihe zum Thema IT-Sicherheit ermöglicht hat. Die Rewe Group stellt sich mit Projekten zur Förderung gesunder Ernährung und des Sportunterrichts in Grundschulen vor. Die Sparkassen engagieren sich mit dem Planspiel Börse und dem Deutschen Gründerpreis für Schüler, Deutschlands größtem Existenzgründer-Planspiel. Die Bahn engagiert sich mit Vorlese- und Bücherkoffern für Kinder- und Jugendheime. Und beim Methusalem-Check des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen können die Gäste ihre Alterserwartung herausfinden. Beteiligt sind auch fünf Berliner Museen, die mithilfe von Wissensbauchläden die Gäste zu Disputen und zur kompakten Wissensaneignung einladen.

Damit es nicht zu anstrengend wird, haben auch eine Reihe von Künstlern Auftritte zugesagt. Wolfgang Niedecken mit seiner Band BAP gehört dazu, die Sopranistin Annette Dasch, der Violinist David Garrett, der Staats- und Domchor Berlin und Dominique Horwitz. Außerdem warten neben betont gesunden Spezialitäten zum Essen auch 33 000 Pralinen auf die Gäste.

Rund 70 Sponsoren fördern das Fest, dessen Wert auf 1,5 Millionen Euro beziffert wird. Die kommen aber nicht aus Steuermitteln. Trotz der Krise gab es keine Mühe, Förderer zu finden. Zum einen habe man die Verträge sehr zeitig abgeschlossen, sagte Ministerialdirigent Christian Nachtwey. Und zum anderen sei auch in den Unternehmen, die sich auf dem Fest präsentieren, das Interesse am Thema Bildung besonders groß.

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