Schloss Bellevue : Neujahrsempfang beim Bundespräsidenten

Beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue dürfen diejenigen, die gute Vorsätze erfolgreich gehalten haben, mit Bundespräsident Köhler und seiner Frau persönlich gute Wünsche austauschen.

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Kaminkehrer und Präsident. Thaddäus Mußner aus Bayern beim Empfang. Foto: ddpddp

Der präsidiale Motivationskick für ehrenamtlich engagierte Bürger steht traditionell am Anfang des Jahres. Beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue dürfen diejenigen, die gute Vorsätze erfolgreich gehalten haben, mit Bundespräsident Horst Köhler und seiner Frau Eva Luise persönlich gute Wünsche austauschen.

Manche sind eher zufällig ins Engagement gerutscht. Elke Lux aus Mahlsdorf wollte kurz vor der Wende zu den eigenen vier Kindern noch ein Kind aus dem Heim holen. Inzwischen lebten über 70 Kinder vorübergehend in ihrer Familie, einige hat sie groß gezogen. Ein Pflegesohn kam als Sechsjähriger, weil die Eltern obdachlos waren und er unter einer seltenen Krankheit litt. „Heute ist er ein schöner, junger Mann, der seine Fachprüfung als Zimmermann macht“, sagt Elke Lux. Vielfach gibt der Wunsch, den Ruhestand sinnvoll zu gestalten, den Ausschlag fürs Engagement. Über eine Zeitungsannonce kam Reinhard Gürtler aus Schulzendorf zu seinem Ehrenamt als Außenstellenleiter des Weißen Rings. Jutta und Otto Martens bauten mit anderen in Neuenhagen ein „Haus der Senioren“. Franz Josef Rodejohann fand über die Friedensforschung zum Ehrenamt, kümmert sich heute um den Aufbau einer Freiwilligen-Agentur in Gropiusstadt. Helga Martins nutzte ihren Ruhestand, um in Ferch ein Museum aufzubauen. Marianne Stückle-Lehmann kam durch die IHK an ihr Ehrenamt als Handelsrichterin beim Landgericht Berlin. Seit vierzig Jahren übt sie das aus. Hauptberuflich vertreibt sie bemalbare Kinderstühle. Jean Marc Banoho aus Kamerun organisiert in Belzig interkulturelle Begegnungsprojekte und einen Schüleraustausch mit Kamerun. Für Ruth Löwenkamp begann das Engagement, nachdem sie aus der Industrie als Lehrerin an eine Schule wechselte. Es störte sie, dass dort nur für den Unterricht, nicht aber für das Leben gelernt wurde. Also initiierte sie Schülerunternehmen in Nauen.

Unter dem Stichwort „Neujahrsempfang“ kann neben den Bundesländern auch jeder Bürger beim Bundespräsidialamt Menschen vorschlagen, die ihre Umgebung schöner und glücklicher machen. Sie kommen dann auf eine lange Liste. Die Entscheidung, wer dabei sein darf, trifft am Ende der Bundespräsident. Mit Thaddäus Mußner hatte er sich diesmal auch einen klassischen Glücksbringer geladen. Der Schornsteinfeger aus Bayern engagiert sich für bedürftige Familien und kam in der Uniform, in der er selber geheiratet hat. Elisabeth Binder

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