Schlossplatz : Wettbewerb für Berliner Stadtschloss beginnt

An diesem Freitag beginnt der mit Spannung erwartete Bauwettbewerb für das Berliner Stadtschloss. Wer in den Auftrag bekommt, wird bis Januar entschieden. Strenge Regeln schließen schon vorher jede Menge Bewerber aus.

BerlinBis Ende Januar können sich dabei Architekten in einer ersten Vorauswahl bewerben. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) rechnet mit einer vierstelligen Teilnehmerzahl. Büros, die an dem Wettbewerb teilnehmen möchten, müssen Erfahrung mit größeren Bauten im kulturellen Bereich und einen Mindestjahresumsatz von 500.000 Euro nachweisen. "Diese Kriterien sind nötig, damit wir qualifizierte Bewerber bekommen", sagte ein BBR-Sprecher in Berlin.

Der Bund Deutscher Architekten hatte das Verfahren kritisiert. Durch die restriktiven Vorgaben des Bundesbauministeriums würden vor allem junge und kreative Architekten vom Wettbewerb ausgeschlossen. Der BBR-Sprecher hob hervor, der Mindestumsatz sei bereits gesenkt worden. Zudem sei es auch möglich, dass sich Architekten zusammenschließen. Nach der Vorauswahl sollen bis zu 150 Kandidaten aufgefordert werden, ihre Pläne für das Humboldt-Forum einzureichen. Nach mehreren Etappen soll die Jury dann im November den Sieger küren.

Zweitgrößtes Projekt des Bundes

Nach den Vorgaben müssen drei der vier Fassaden des Schlosses in seiner historisches Gestalt wieder errichtet werden. Eine Kuppel muss eingeplant werden, aber darf auch modern gestaltet sein. Zwischen 2010 und 2013 soll gebaut werden. Noch stehen auf dem Schlossplatz die Ruinen des Palastes der Republik. 2008 folgt auf dem Platz eine provisorische Kunsthalle.

Als verbindliche Kostengrenze für das Stadtschloss sind 552 Millionen Euro vorgesehen. Der Neubau wird das zweitgrößte Projekt des Bundes in Berlin sein. Kostenaufwendiger ist nur noch der geplante Neubau des Bundesnachrichtendienstes (BND) mit etwa 720 Millionen Euro. In den Kosten für das Schloss sind 72 Millionen Euro für die Erstausstattung enthalten. 32 Millionen soll das Land Berlin dazugeben. 80 Millionen Euro für die Fassaden will ein privater Förderverein beisteuern. (saw/dpa)

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