SCHÖNE FRANZOSEN Auftakt zur neuen Kunstausstellung : Voll im Rahmen

Tausende wollten am ersten Wochenende die französischen Meister sehen

G,a Bartels

„Wat soll ick nu machen?“, fragt sich ein Berliner, der mit seiner Freundin vor dem Infoterminal an der rechten Ecke der Neuen Nationalgalerie steht. „Telefonieren?“ Nicht nötig, obwohl ein Hörer am Gerät hängt. Schon gesellt sich eine der überall kreiselnden Auskunftsdamen im gestreiften Trikolore-Shirt hinzu und tippt auf den Bildschirm. Links stehen die Ticketnummern und rechts die zugeordnete Einlasszeit. Zehn Minuten Wartezeit – mehr sind es mittags nicht.

Auch am zweiten Tag der Ausstellung „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“ herrschte gestern an Kassenhäuschen und Eingangsdrehtür beste Stimmung. Und das, obwohl die Freunde der Nationalgalerie bis 13 Uhr schon 2800 Besucher gezählt hatten. „Wir haben das Scannen der Eintrittskarten Freitagnacht noch mal um zwei technische Schritte verkürzt“, sagt Wilhelm Pless von der Firma Mixx, die die Einlasstechnik entwickelt hat. Jetzt gehe es schneller. „Wir wollen den Besuchern nicht vorschreiben, wie lange sie sich die Gemälde anschauen dürfen“, sagt Katharina von Chlebowski von den Freunden der Nationalgalerie. Deswegen habe man sich gegen Tickets mit einer aufgedruckten festen Uhrzeit entschieden und das flexible Nummernsystem entwickelt.

Das sorgt zwar immer wieder für Verwirrung und Nachfragen, wann man denn nun reinkäme. Doch mithilfe von Menschen und Maschinen ließen die sich gestern schnell lösen. „Jetzt hab ich’s“, hieß es alle paar Minuten am Infoterminal.

Die Leute hätten durchaus Informationsbedarf, sagt von Chlebowski. „Alle haben spürbar noch die MoMA-Schlange im Kopf.“ Der Infotisch vor dem Eingang solle deshalb erst mal stehen bleiben.

Heidi und Thomas Polzin aus Dortmund sind „total positiv überrascht“, dass sie nur eine Viertelstunde am Kassenhäuschen standen und schon in weiteren zehn Minuten in die Ausstellung können. „Das System ist selbst für Leute mit grauen Haaren leicht zu verstehen“, spaßt der Gatte. Und seine Frau outet sich als begeisterter Monet-Fan.

Und so sieht der Ablauf zusammengefasst aus: Ticket am Kartenhäuschen kaufen (links Tagestickets, rechts VIP-Tickets und Gruppen), dann an den Infoterminals (linke Kasse, rechte Ecken der Nationalgalerie) die Einlasszeit abgleichen, hinter dem Glaskubus Kaffee trinken und wiederkommen, Karte scannen lassen, Garderobe ansteuern und die 150 Gemälde bestaunen. Gunda Bartels

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