Shoppen bis Mitternacht : Die lange Nacht der Luxuskäufer

New York, Peking, Berlin – weltweit feiern Shopaholics ihre Leidenschaft. Heute im KaDeWe ist auch der Regierende dabei.

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Großer Wurf. Bei der New Yorker Ausgabe der Modenacht „Fashion’s Night Out“ posieren die Models Gisele Bündchen (links) und Karolina Kurkova auf einem Panoramabus.Foto: AFP
Großer Wurf. Bei der New Yorker Ausgabe der Modenacht „Fashion’s Night Out“ posieren die Models Gisele Bündchen (links) und...Foto: AFP

Eine Nacht lang feiert die Welt die Freuden des Shoppens. Am heutigen Donnerstag öffnen viele Luxusgeschäfte bis Mitternacht und locken mit Party-Atmosphäre. Die Idee hatte die New Yorker „Vogue“-Chefin Anna Wintour, die auch das Vorbild gab für die Titelfigur in „Der Teufel trägt Prada“. Und eine teuflische Seite hat diese Idee tatsächlich auch. Denn in vielen Geschäften gibt es zu Modeschauen und Stylingtipps auch noch gute Getränke, die natürlich enthemmen und die Kreditkartenbesitzer womöglich unternehmungslustiger machen, als ihr Limit das vorsieht. Dieser Aspekt scheint aber keinerlei abschreckende Wirkung zu haben, denn die „Fashion’s Night Out“, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal gefeiert wurde und die „Lust auf Mode“ befördern soll, hat beim zweiten Mal schon deutlich mehr Teilnehmer. Im letzten Jahr seien es 70 Partner-Geschäfte gewesen, die sich in Berlin beteiligt haben, sagt Ines Thomas, die Sprecherin dieser Initiative ist. Diesmal öffnen schon 90 Geschäfte bis Mitternacht ihre Türen für Stammkunden und andere Fashionistas. Wer den Ehrgeiz hat, möglichst viele Läden abzuklappern, kann sogar einen Shuttle-Service in Anspruch nehmen.

Statt 13 Ländern sind nun schon 16 mit dabei. Gefeiert wird zum Beispiel auch in London, Paris, Madrid, Tokio und sogar Peking. In Deutschland habe man Berlin als Standort besonders attraktiv gefunden, weil es zum einen eine attraktive Shoppingstadt mit einer hohen Dichte an Luxusgeschäften sei und man sich zum anderen auch über großes Entgegenkommen gefreut habe.

So hat sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit bereit erklärt, Schirmherr dieser Aktion zu sein und ist als Chef-Shopper auch selbst mit unterwegs. Er wird im KaDeWe erwartet, wo das Erdgeschoss geöffnet sein wird. Ungeteilte Aufmerksamkeit wird ihn dort wohl nicht erwarten, denn es gibt heiße Attraktionen für Fashion-Victims, wie die Opfer von Modetrends in der Globalsprache genannt werden. Bei Chanel zum Beispiel wird nur an diesem Abend ein stark limitierter Nagellack zu haben sein, „Les Khakis“ in Grün, Braun und Rosa, der unter Modebloggern den Adrenalinspiegel bereits kräftig steigen ließ. Er kostet 22 Euro und ist so kultig, weil er so knapp ist.

KaDeWe-Chefin Ursula Vierkötter freut sich jedenfalls auf die Einkaufsparty. Schon im letzten Jahr sei das Event ein großer Erfolg gewesen. Wer seine Sammel- und Jagdinstinkte auf dem Luxusboulevard ausgelebt hat, kann die Hochglanz-Tüten abstellen und den Abend tanzend beenden. Eingeladen wurden Stammkunden, aber auch andere Shoppingfans sind willkommen. Erwartet werden Schauspielerinnen wie Anna Maria Mühe sowie Philip B., ein Haar-Guru aus Los Angeles, der unter anderem für die Frisuren von Lady Gaga zuständig ist.

Auch andere Geschäfte haben sich Besonderes einfallen lassen. Bei Rena Lange wird am Kurfürstendamm die neue Kollektion bereits ab 16 Uhr vorgeführt. Michalsky lässt sich in seiner Boutique am Potsdamer Platz hinter die Kulissen schauen. Und bei Peek & Cloppenburg gibt es Styling-Tipps. Hermès-Kundinnen, die ihre kultigen Tücher mal anders tragen wollen, dürfen sich auf eine entsprechende Schulung freuen. In den Galeries Lafayette verwöhnen einzelne Labels ihre Kunden mit Champagner.

Die Mode wird aber nicht nur im oberen Segment gefeiert. Auch Ketten wie Zara und H&M beteiligen sich. Und das ist auch gut so, denn die Kombination von teuren Designerprodukten mit Preiswert-Teilen gehört zum aktuellen Mode-ABC unbedingt dazu.

Die Kombination von Drinks und Kreditkarte hat im vergangenen Jahr übrigens nicht zur morgendlichen Reue geführt. KaDeWe-Sprecherin Petra Fladenhofer konnte jedenfalls keine erhöhte Umtauschquote beobachten. Da die Gäste an diesem Abend zum ersten Mal den neuen Fashion-Katalog bekommen, wird wohl eher die Lust auf noch mehr Shopping im nüchternen Alltag geschürt.

Die Liste aller teilnehmenden Läden: http://fashionsnightout.vogue.de

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