Silvestervergnügen : Abschlussbereit

Tipps für Spätzünder: Für welche Silvesterpartys, Konzerte und Theateraufführungen es jetzt noch Karten gibt, finden Sie hier.

Sebastian Leber
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Wohin zum Feiern? Die Hauptstadt steckt voller Knaller. -Foto: ddp

Die beste Aussicht haben dieses Jahr die Technofans. Im Haus des Reisens am Alexanderplatz öffnet um Mitternacht der Weekend-Club seine Dachterrasse. Und die liegt im 15. Stock, garantiert einen Panoramablick auf die unzähligen Feuerwerke der Innenstadt. Auch der Rest des Abends dürfte sich lohnen: Anschließend wird nämlich drinnen weitergefeiert – mit keinem Geringeren als DJ Richie Hawtin hinterm Plattenteller. Der Mann weiß, wie man wichtige Momente gebührend mit Musik untermalt: Für die letzte Winterolympiade hat er den Eröffnungssong komponiert.

In vier Tagen ist Silvester. Wer noch keine Zeit hatte, Pläne für die letzte Nacht des Jahres zu schmieden, braucht keine Panik zu kriegen: Nur wenige Veranstaltungen sind schon ausgebucht, für einige der besten Partys, Bälle und Konzerte der Stadt gibt es noch Karten (siehe Kasten). In der Brotfabrik in Weißensee wird wieder „Dinner for One“ als Theaterstück aufgeführt, samt Hackenschlag und Stolpern über das Tigerfell. Wegen der großen Nachfrage sind diesmal gleich fünf Vorstellungen angesetzt. In der Passionskirche in Kreuzberg spielt eine Trompetencombo Jazz, bis um Mitternacht alle Gäste auf den Kirchturm steigen, und in einem Spandauer Wellnesscenter wird das neue Jahr mit exotischen Aufgüssen begrüßt. Ein Höhepunkt dürfte das Silvesterkonzert des Deutschen Symphonie-Orchesters im Tempodrom werden. Meistergeiger Daniel Hope spielt mit, auf dem Programm stehen unter anderem Schubert, Beethoven, Mahler und Brahms, auch die Ouvertüre aus Strauss’ „Fledermaus“ wird gespielt. Dazu treten Artisten des Circus Roncalli auf.

Wer sich an den vielen Jahresrückblicken im TV noch nicht sattgesehen hat, kann in der Komödie am Kurfürstendamm einen ganz besonderen erleben: Die preisgekrönte Improvisationsgruppe „Theatersport Berlin“ spielt auf Zuruf alle denk- und merkwürdigen Szenen nach, die sich 2007 zugetragen haben. Und solche, die – rein theoretisch – 2008 Wirklichkeit werden könnten. Die Gruppe verspricht „Dramen, Opern, Western und Splatter“.

Die größte Party findet natürlich auf der Straße des 17. Juni statt. Bereits heute beginnt der Aufbau auf dem Abschnitt zwischen Ebertstraße und Großem Stern. Über das musikalische Bühnenprogramm lässt sich streiten: Zu den „Topacts“ zählen die drei Sängerinnen von Monrose, die dieses Jahr eigentlich den Eurovision Song Contest gewinnen wollten, dann aber im März schon beim Vorausscheid unterlagen. Auch die Hot Banditoz dürfen singen, das ist die Latino-Popband, die ihren größten Erfolg mit der Neuvertonung eines spanischen Kinderlieds („Veo Veo“) hatte. Immerhin ist auch Max Buskohl dabei, der Rebell aus „Deutschland sucht den Superstar“ und angeblich immer noch Dieter Bohlens Lieblingsfeind. Außerdem kommt es bei der Riesenparty im Tiergarten ja nicht allein auf die Livemusik an – auf der zwei Kilometer langen Strecke stehen acht Partyzelte, auch ein Riesenrad wird aufgebaut. Mehr als eine Million Menschen feiern hier, und mit Sicherheit stellt sich wieder die ganz spezielle Partymeilenstimmung ein – wo sonst hat man Gelegenheit, mit Wildfremden zu schunkeln und knöcheltief im Abfall zu feiern.

Wer es lieber eine Nummer kleiner mag, kann in die Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg gehen. Für einmal Eintritt hat man die Auswahl zwischen 15 Tanzflächen. Auch der RBB-Sender Radioeins organisiert eine Party – und zwar im Café Moskau in der Karl-Marx-Allee, das kurz vor der Sanierung steht. Möglicherweise ist es für lange Zeit die letzte große Party im Club. Ganz sicher ist es die letzte Silvesterparty.

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