Stadtleben : Sir Peter will Berliner bleiben

Berlin macht Lust auf Veränderung. Schon einige ausländische Diplomaten haben sich von hier aus beruflich neu orientiert. Nun auch Sir Peter Torry, dessen Amtszeit als britischer Botschafter Ende des Monats ausläuft. Der 58-Jährige will künftig als Consultant zwischen Berlin und London pendeln. Das Beraten übte er schon mal an den Gästen eines Abschiedsempfangs, zu dem er und Lady Angela Torry am Dienstagabend in die Botschaft geladen hatte. „Erheben Sie das Glas, das Sie gern als halb leer sehen“, leitete seinen Toast ein: „Erkennen Sie, dass es halb voll ist!“ Für ihn seien die viereinhalb Jahre in Deutschland die Erfüllung eines Traums gewesen.

„Ich bin ein Berliner“, kam ihm leicht über die Lippen, da er 1948 als Sohn eines Armeeangehörigen in Spandau geboren wurde. Dort blieb er zwar nur ein Jahr, aber nach Deutschland kehrte er immer wieder zurück. Zwei seiner drei Töchter wurden in Bonn geboren, wo er von 1981 bis 1985 auf Posten war.

In die Berliner Zeit als Botschafter fiel auch der Staatsbesuch der Queen vor drei Jahren. Mit einem Staatsbankett und einem Galakonzert zugunsten der Dresdner Frauenkirche, zu dem Elizabeth II eingeladen hatte, entfaltete sich in Berlin der ganz große royale Glanz. Zu den weiteren Höhepunkten habe auch die Fußball-Weltmeisterschaft gehört. „Das ist ein wunderschönes, reiches Land“, resümierte Sir Peter: „Wenn der Rest der Welt die Probleme Deutschlands hätte – wie gut ginge es uns allen.“ Vielleicht ist das der Grund, warum Berlin bei Diplomaten die Lust zum Bleiben weckt. Bi

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