Sodann & Blüm : Kein verrücktes Paar

Neue Rolle für Peter Sodann und Norbert Blüm: Als Bühnen-Duo machen sie eine Ost-West-Show.

Lothar Heinke
Norbert Blüm und Peter Sodann
Norbert Blüm und Peter Sodann (rechts) -Foto: Thilo Rückeis

„Wir beide haben viele Gemeinsamkeiten festgestellt“, sagt Ex-Minister Norbert Blüm, und die kleine schmale Brille, die schon Heinz Rühmann in der „Feuerzangenbowle“ getragen haben mag, rutscht noch tiefer auf die Nase, wenn er die Übereinstimmungen aufzählt: „Unsere Meinungen über die Weltenläufe, unser Alter (71), unsere Größe (ein Meter fünfundsechzig) und unser Blick in die Zukunft“. Der zweite ist Peter Sodann, Schauspieler, Theater-Intendant, beinah linker Bundestagsabgeordneter, vor allem aber Tatortkommissar Bruno Ehrlicher.

Die beiden seelenverwandten Mimen bescheinigen sich gegenseitig Harmoniebedürftigkeit und den tiefen Wunsch, an dieser Harmonie andere Menschen teilhaben zu lassen. „Wir sind uns seit 1990 immer mal wieder über den Weg gelaufen, und einmal hats gefunkt“, sagt der Kommissar, sie passen zuammen wie zwei alte Latschen, beide gewissermaßen außer Diensten und damit vakant für neue Taten. „Immer bereit! “ würde jetzt der gelernte DDR-Bürger Sodann rufen, und Norbert Blüm antwortet vielleicht so schelmisch wie Rheinländisch: „Ich mach mit, es gibt sowieso keinen Vorwurf, den ich nicht schon ertragen hätte“.

So haben sie also beschlossen, noch einmal durchzustarten und auf die Bühne zu gehen. Ihre Popularität spielt natürlich mit, wenn sie am 7. September zuerst im „Admiralspalast“ im Rampenlicht stehen und dann mit ihrem „Heimatabend“ , einer „Ost-West-Varieté-Show“, bis zum Jahresende quer durch Deutschland tingeln, immer in großen Sälen. Sie haben einen Pianisten dabei, was darauf schließen lässt, dass das Publikum a) mitsingen und b) sich kaputt lachen könnte, auf jeden Fall ist deutsches Volksliedgut von Storm bis Goethe im Angebot, Karl Valentin, Brecht sowieso. „Wir machen alles, was schon mal da war, aber in einer neuen Mischung“, sagt Sodann. Also kein verrücktes Paar wie Jack Lemmon und Walter Matthau, auch nicht Max und Moritz oder Herricht/Preil, sondern Blüm&Sodann mit politischen Einsprengseln, „was uns am Abend gerade so einfällt“. Sodanns Ost-West-Schote ist auf jeden Fall dabei: „Der Wessi weiß nicht alles, was er sagt, und der Ossi sagt nicht alles, was er weiß“.

Das hehre Ziel bei all dem: „Dass die Leute mit einem lachenden und einem weinenden Auge, erfüllt von heiterer Nachdenklichkeit, nach Hause gehen, ein erweitertes Herz haben und sagen: Das war aber schööön“. Und warum tun sich die beiden Spezialisten für Herzerweiterung solches an? „Nobi“ könnte Bücher schreiben, der Ehrlicher seine Memoiren. Er verweist auf die Bibel, da steht, dass erst mit 125 Jahren Schluss sei, „vorher nicht“. Und Blüm? „Wenn du abschnallst, biste weg. Wer rastet, der rostet. Wenn du deinen Kopf nicht in Bewegung hältst, verkalkst du. Ohne uns!“ Lothar Heinke

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