SONNTAGS um zehn : Die Suche nach Weisheit

Spandauer Sommergottesdienst unter freiem Himmel

Kurz vor Gottesdienstbeginn um 11 Uhr stellten gestern hilfreiche Gemeindemitglieder die letzten Sitzbankreserven vor der evangelischen St.–Nikolai-Kirche in der Spandauer Altstadt auf. Dort, auf dem Reformationsplatz, fand der 1. Spandauer Sommergottesdienst statt, zu dem sich so viele Besucher einfanden, dass es letztlich an genügend Plätzen und Faltblättern mit dem Liedgut dieses OpenAir-Gottesdienstes fehlte.

Musiziert und gesungen wurde trotzdem viel – nicht zuletzt, weil die Chöre der Lutherkirche und der St.-Nikolai-Kirche stimmkräftige Unterstützung besonderer Gäste hatten. Aus der Partnergemeinde des Spandauer Kirchenkreises in Touwsriver in Südafrika kamen die jungen Leute, die gestern gemeinsam mit ihren Spandauer Gastgebern unter dem Motto „Meine Welt – Deine – Welt – Eine Welt“ Gott unter dem Berliner Himmel feierten. Der zeigte sich gnädig und hielt seine ab und an hinter aufziehenden Wolken drohenden Wassermassen zurück, so dass die zahlreiche Gemeinde trocken und frohen Herzens Gottes Schöpfung loben konnte, wie es in Psalm 104 geschrieben steht. Gottes Schöpfung – unsere Welt voller Wunder und Vielfalt – wurde durch eine bunte Trauben von Luftballontieren symbolisch dargestellt. Dass unsere Welt durch uns selbst gefährdet ist, wurde musikalisch mit disharmonischen Tönen versinnbildlicht. Deutliche Töne über die aktuelle Disharmonie in seiner Heimat sprach dann auch ein Vertreter der südafrikanischen Gäste. „Wir wünschen uns eine Regierung aus echten Christenmenschen“, erklärte der junge Mann, als Christen stünden sie an der Seite der Flüchtlinge aus Simbabwe. „Wir sind die Hände und Füße Christi“, sagte er, „wie Hiob auf der Suche nach Weisheit“.

Dass Gottes Weisheit für uns Menschen nicht verfügbar sei, sondern sein Geheimnis bleibe, dass wir aber weise leben können, sagte Pfarrerin Christine Schlund. Gottes Schöpfung zu bewahren, heiße mit- und füreinander zu leben, Ängste und Probleme zu teilen, denn diese eine Welt sei uns gemeinsam anvertraut. Auch der Regenwald in Guyana – ihn zu bewahren galt gestern die Kollekte. Nur 40 Euro bedürfe es, um ein Viertel Hektar unberührte Schöpfung für 25 Jahre zu erhalten. hema

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