Soziales Projekt in Treptow : Sportstunde mit Edwin Moses

Ehemalige Olympiasieger und Weltmeister trafen sich mit Jugendlichen in Treptow. Ihre Mission: Sport soll verhindern, dass Jugendliche kriminell werden.

Sebastian Scholz
Hello Berlin. Edwin Moses schrieb sich am Mittag ins Gästebuch des Olympiastadions ein, anschließend fuhr er mit vielen anderen Sportlern nach Treptow.
Hello Berlin. Edwin Moses schrieb sich am Mittag ins Gästebuch des Olympiastadions ein, anschließend fuhr er mit vielen anderen...Foto: dpa

Es waren große Namen, die da am verregneten Nachmittag in der Turnhalle am Treptower Park vorbeischauten. Hier in der Neuen Krugallee in Baumschulenweg erschien ein Ensemble aus Weltmeistern, Olympiasiegern und Rekordhaltern, sie waren zu Gast bei einem sozialen Boxprojekt. Ihre Mission ist diese: Sport soll verhindern, dass Jugendliche in die Kriminalität abrutschen.

Unter den Besuchern in der Turnhalle war Edwin Moses, zwischen 1976 und ’83 viermaliger Weltrekordläufer über 400-Meter-Hürden. Moses ist Vorsitzender der Laureus World Sports Academy, die jährlich die sogenannten Sport-Oscars vergibt. Die Academy, bestehend aus ehemaligen Spitzensportlern, tagt derzeit in Berlin. Es geht um die Frage, wie Sport zur Lösung sozialer Probleme beitragen kann. Und als gutes Beispiel vorangehen soll das Sportprojekt „Kick im Boxring“, das vor zwei Jahren unter der Schirmherrschaft von Boxer Wladimir Klitschko ins Leben gerufen wurde. Da dieser sich jedoch auf seinen nächsten WM-Kampf vorbereitet, wurde er am Dienstag in Treptow einfach von seinem großen Bruder Witali vertreten.

Das Boxprojekt wird von der Sportjugend Berlin und dem Polizei-Sport-Verein organisiert und von der Laureus-Stiftung jährlich mit 80 000 Euro unterstützt. Es richtet sich an sozial benachteiligte Jugendliche, die mit schulischen Problemen, Arbeitslosigkeit oder Gewalt im Elternhaus zu kämpfen haben. Die kostenlosen Boxlehrgänge sind mit Kursen verbunden, in denen die 13- bis 18-Jährigen zu Themen wie Schulden, Drogen und drohender Kriminalität beraten werden. Über den Sport soll das Selbstwertgefühl gesteigert und den Jugendlichen so neue Perspektiven aufgezeigt werden. „Der Sport soll die Kinder von den Straßen holen. Durch den regelmäßigen Kontakt können wir bestimmte Regeln und Werte vermitteln“, sagte Boxtrainer Thomas Kuhle.

Neben Moses und Klitschko schauten noch 17 weitere Sportgrößen in der Treptower Sporthalle vorbei. Unter ihnen auch der US-Schwimmer Mark Spitz, der bei den Olympischen Spielen 1972 in München sieben Goldmedaillen gewann und dabei gleichzeitig in jeder Disziplin einen neuen Weltrekord aufstellte. Ebenfalls dabei war der fünffache Weltcupsieger im Ski-Abfahrtslauf, Franz Klammer aus Österreich, und der britische Zehnkämpfer Daley Thompson, der zwei Mal bei Olympia Gold holte.

Am Abend trafen sich die Sportlegenden schließlich bei einem Charity-Dinner in der Mercedes-Galerie Unter den Linden mit anderen Sportgrößen wie Boris Becker.

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