Spreeufer : Bar 25 feiert letzte Party

Jetzt ist es wirklich so weit. Nach sieben Jahren und einer letzten mehrtägigen Abschiedsparty ist am Montagabend Schluss.

Anne-Sophie Lang

Über dem DJ-Pult der Bar 25 läuft schon seit drei Wochen der digitale Countdown. Die Nachricht, die Strandbar mit Restaurant, Kino, Hostel, Spa und anderen Einrichtungen mache dicht, kursierte schon in den letzten Jahren regelmäßig – jetzt ist es wirklich so weit. Nach sieben Jahren und einer letzten mehrtägigen Abschiedsparty ist am Montagabend Schluss.

Das Gelände der Holzmarktstraße 25 am Friedrichshainer Spreeufer gehört der Spree-Urban-Entwicklungsgesellschaft, einer Tochter der BSR. Die möchte es sanieren und dann verkaufen. In den 1920er Jahren stand dort ein Gaswerk, der Boden ist noch verunreinigt. Irgendwann könnte das Grundwasser gefährdet sein, sagt BSR-Sprecherin Sabine Thümler. Die Bar 25 habe von Anfang an nur einen Zwischennutzungsvertrag für das Gelände gehabt.

Dennoch hatte sich die Crew gerichtlich dagegen gewehrt, es verlassen zu müssen. Genützt hat es nichts. Die Betreiber sind enttäuscht, sie fühlen sich nicht ernst genommen: Die Stadt habe versprochen, sie bei der Suche nach einem Alternativstandort zu unterstützen, dann aber nichts getan. Dabei ist die Bar 25 ein Touristenmagnet. „Die Stadt sagt, die Kreativwirtschaft ist ihr Aushängeschild, aber was tut sie dafür?“, fragt Betreiber Christoph Klenzendorf. „Unser Gelände an den Nächstbesten zu verhökern?“

Das Areal gehört zu den Grundstücken, die vom groß angelegten „Media-Spree“-Projekt betroffen sind; es sollen dort Büro- und Wohngebäude entstehen. An wen die BSR verkaufen wird und wann, ist noch unklar. „Es gibt Interessenten“, sagt Sprecherin Thümler. Die Sanierung werde aber voraussichtlich noch bis 2012 dauern. Als Arbeitsfläche soll das Nebengelände, die Holzmarktstraße 24, dienen – dorthin wären die Bar 25-Betreiber eigentlich gerne ausgewichen. Die geforderte Miete aber war zu hoch. „Wenn wir die Fläche nicht haben, kostet uns das Geld“, sagt Thümler, „das hätten die Bar-Macher tragen müssen.“

Auch ein Umzug an deren zweiten Wunschort scheint in weiter Ferne: in den Spreepark im Plänterwald. „Das wäre unser Traum“, sagt Klenzendorf, „aber es ist noch sehr vage.“ Auf dem Gelände lasten die Millionenschulden des pleite gegangenen Betreibers. Ein Gläubiger-Konsortium um die Deutsche Bank hält die Fäden in der Hand. Sollte sich eine Möglichkeit finden, stellt Klenzendorf sich dort einen „Kulturtreffpunkt“ vor, „nicht mehr ganz so im Dauerbetrieb wie jetzt, aber mit drei, vier größeren Events im Jahr. Das braucht Berlin noch.“

Weitergehen soll es aber. „Egal, ob mit oder ohne Hilfe der Stadt.“ Binnen einem Jahr wolle man ein neues Geschäftsmodell aufgezogen haben. „Wir haben unseren Gästen und Angestellten gegenüber eine gewisse Verpflichtung“, sagt Klenzendorf. Denn nicht zuletzt hängen von der Bar 25 auch um die 200 saisonale Arbeitsplätze ab. Anne-Sophie Lang

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