Staatsoper für alle : Alles tutti

Großer Tusch zum Sanierungsabschied der Lindenoper aus Mitte: Am Sonnabend gibt es kostenlos „Staatsoper für alle“ auf dem Bebelplatz - mit einer Live-Übertragung von "Eugen Onegin".

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Maestro und Fans. Sonntag wird es wieder voll, wenn Daniel Barenboim auf dem Bebelplatz bei freiem Eintritt die Staatskapelle dirigiert. Foto: promo/Barbara Braun
Maestro und Fans. Sonntag wird es wieder voll, wenn Daniel Barenboim auf dem Bebelplatz bei freiem Eintritt die Staatskapelle...Foto: Barbara Braun/ MuTphoto

Sonnabend ist es soweit: In der Staatsoper gehen vorerst zum letzten Mal die Vorhänge auf, bevor sie wegen der Sanierung des Hauses ins Schillertheater nach Charlottenburg zieht. Einfach so verschwinden aus den angestammten Räumen Unter den Linden kommt für die Oper aber nicht infrage. Den vorübergehenden Abschied aus Mitte feiert sie am Wochenende in großem Stil.

Auftakt ist die kostenlose „Staatsoper für alle“. Zum vierten Mal werden rund 50 000 Menschen Sonnabend auf dem Bebelplatz erwartet, wenn die Abschiedsvorstellung, Peter Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“, auf einer 80 Quadratmeter großen Leinwand übertragen wird. Danach verwandelt sich das Kulissenmagazin neben der Oper zur Diskothek für die große Abschiedsparty. Am Sonntagmorgen um 11 Uhr wird auf der Leinwand die erste „Staatsoper für alle“-Aufzeichnung, „Manon“ von Jules Massenets aus dem Jahr 2007 gezeigt. Um 16 Uhr spielt die Berliner Staatskapelle unter der Leitung von Musikdirektor Daniel Barenboim Tschaikowskys „Sinfonie Nr. 4 in f-Moll“ auf dem Bebelplatz. Dabei ist Barenboim gar kein Fan von Freiluftkonzerten, sagt er. Doch so könne man Zuschauer anlocken, die sich sonst nicht in die Oper oder in ein klassisches Konzert trauen würden. Die Berliner haben am Sonntag zudem die Möglichkeit, noch mal selbst anschauen zu können, warum das Gebäude renoviert werden muss: Führungen bieten Blicke hinter die Kulissen. Die Straße Unter den Linden wird für die Dauer der Veranstaltungen beidseitig gesperrt, am Samstag ab 16.30 Uhr, am Sonntag ab 14.30 Uhr.

Am 3. Oktober dann eröffnet die neue Spielzeit am Schillertheater. Auch zukünftig soll die Saison am Nationalfeiertag begonnen werden, verkündete Barenboim. Bis 2013 soll das Gebäude Unter den Linden saniert und fertig für die Rückkehr sein. Für Barenboim bedeutet der Umzug „eine Mischung aus Traurigkeit und Vorfreude“. All die Probleme im jetzigen Haus kann er erst einmal hinter sich lassen. Im Schillertheater freue er sich auf modernere und klanglich bessere Probenräume. Und wenn er in drei Jahren zurückkomme, habe er endlich eine tolle Akustik in Zuschauerraum und Proberäumen und funktionierende Bühnentechnik.

Das Open Air der Staatsoper ist nicht das einzige Opern-Public-Viewing an diesem Wochenende. An der Komischen Oper startet die Operette „La Périchole“ von Jacques Offenbach unter dem neuen Regisseur Nicolas Stemann. Die ausverkaufte Vorstellung wird Sonntag um 20.15 Uhr zeitversetzt auf einer Leinwand im Sony Center übertragen. Auch das ist kostenlos.Bebelplatz in Mitte, Sonnabend 18 Uhr: Live-Übertragung „Eugen Onegin“, Sonntag, 11 Uhr: Open-Air-Kino „Manon“. 16 Uhr: Konzert „Sinfonie Nr. 4“, beides Eintritt frei. Staatsoper: Sonnabend 21.30 Uhr: Kisten-Party im Magazingebäude. Sonntag 11, 12, 13, 14 Uhr: Musikalische Führung „Figaro zieht aus“, Eintritt 5 Euro. 11 bis 14 Uhr, alle 30 Minuten: Führungen durchs Opernhaus, Eintritt 2 Euro.

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