Staatsoper : Richtfest im Schillertheater

So sparsam und effizient wie möglich wird saniert, sagt Architekt Zerr – für 23 Millionen Euro. Staatsopern-Intendant Jürgen Flimm nennt es einen Abenteuerurlaub. In der Montagehalle, die als Anbau zum Schillertheater neu entsteht, eröffnet das Richtfest.

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Feldherrnhügel. Jürgen Flimm vor seinem zukünftigen Domizil.Foto: Uwe Steinert

Die Bühne ist gefüllt mit raumhohen Gerüsten, der Umbau für den Einzug der Staatsoper in vollem Gange. Zwar findet Architekt Andreas Zerr die alten Morenolampen aus der Ära Boy Gobert recht hässlich, aber sie bleiben hängen im Schiller-Theater an der Bismarckstraße, Aura verpflichtet. Auch die alten, zurzeit unter Plastikplanen im Foyer verpackten Zuschauerstühle werden aufgemöbelt und wieder verwendet. Bei der Farbwahl wird man sich am Design der achtziger Jahre orientieren, bloß das Gobert-Dunkelbraun an den Wandpaneelen im Saal und das Teddybärbraun der Velourbänke unter den Kassettenfenstern mit den geschliffenen Gläsern im oberen Foyer – die müssen weichen.

So sparsam und effizient wie möglich wird saniert, sagt Architekt Zerr – für 23 Millionen Euro. Staatsopern-Intendant Jürgen Flimm nennt es einen Abenteuerurlaub, eine gute Übung um herauszufinden, „wie beweglich der schwere Operntanker“ ist. Eine Art Entschlackungskur sei das für alle.

In der Montagehalle, die als Anbau zum Schiller-Theater neu entsteht, eröffneten Blechbläser mit Bauhelmen am Freitag das Richtfest. Freunde des Hauses hatten sich zum Fest und zur Baustellenbesichtigung angesagt, darunter der Intendant der Komischen Oper, Andreas Homoki und Claus Peymann, Chef des Berliner Ensembles. Jürgen Flimm erzählt gerne, wie er mit Peymann und anderen Kollegen bei der Schließung des Theaters 1993 protestierend auf der Bühne gesessen hat. „Jetzt machen wir das Haus wieder auf. Das macht mich fröhlich.“ Am 3. Oktober 2010, auf den Tag genau 17 Jahre nach der Schließung, wird es so weit sein. Dann firmiert die Staatsoper nicht mehr Unter den Linden, sondern unter der Linde. Mitarbeiter des Hauses haben ihr Übergangsdomizil nach dem Baum im Hinterhof des Theaters bereits umgetauft. chp

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