STADTLICHTER STADTMENSCHEN : Ein Kanton mit Soul

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Längste Theke der Stadt.

Das Berliner Bierfestival auf der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain ist Jahreshöhepunkt für alle, die zum Frühstück das erste Herrengedeck ordern. 1780 Biere aus 86 Ländern werden an der Zwei-Kilometer- Theke zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor ausgeschenkt. Darunter Chinggis-Beer aus der Mongolei und Windhoek-Lager aus Namibia. Anstich ist heute um zwölf und dann wird bis Mitternacht gezecht. Ebenso Sonnabend ab 10 Uhr und Sonntag 10 bis 22 Uhr.

Der Weltraum – unendliche Weiten.

Eine Sternstunde für Nachtschwärmer gibt’s heute in der ältesten und größten Volkssternwarte Deutschlands, der Archenhold-Sternwarte im Treptower Park, Alt-Treptow 1. Ab 23 Uhr erläutert Konrad Guhl für 5 Euro den Unterschied zwischen Meteoren und Meteoriten, die in sternklarer Nacht hoffentlich nur so vom Himmel purzeln. Beobachtet wird durch das stattliche Spiegelteleskop.

Raffinesse und Eleganz.

So heißt die Ausstellung königlicher Porzellane des frühen 19. Jahrhunderts, die im Schloss Charlottenburg am Spandauer Damm zu sehen ist. Sonnabend von 11 bis 18 Uhr zeigt eine Porzellanmalerin der KPM, wie aus Metalloxidfarben, Edelmetallen und geschickter Feinmotorik kunstvolle Bilder auf dem zarten Material entstehen. Der Eintritt kostet 6 Euro.

Bayern besetzen Spandau.

Sonnabend ist Sankt-Englmar-Tag auf dem Spandauer Marktplatz. Von 11 bis 19 Uhr werden Maßkrüge gestemmt, die „Original Graiwacker“ spielen „a lustige Musi“, Schnupftabak und Motorsägen gehören auch zu der zünftigen Gaudi.

Generation Kneipengolf.

Schon zum vierten Mal lädt die Kulturfabrik Moabit in der Lehrter Straße 35 am Sonnabend um 18 Uhr zum Lehrter Kneipengolf. Die Startgebühr beträgt 3 Euro und bietet dafür ein Turnier mit 6 Theken, 18 abwechslungsreichen Bahnen quer durch alle Hausetagen und 20 Caddies.

Penderecki und Gorecki.

Die zwei Komponisten stehen Samstagabend im Großen Saal des Konzerthauses am Gendarmenmarkt auf dem Programm der frisch- fromm-fröhlich-freiesten Klassikkonzertreihe des Sommers: Young Euro Classic. Das Beethoven-Akademie-Orchester reist aus Polen zum Jugendorchestertreffen an und hat auch noch die „Intrada“ von Piotr Moss im Gepäck. Los geht’s um 20 Uhr, Karten kosten 12 Euro.

Pinselschwingen über der Spree.

Sonntag von 10 bis 22 Uhr ist Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke. Das ärgert Autofahrer und freut Kunstfans, die den über 100 ausstellenden Malern aller Stilrichtungen die frisch gepinselten Werke abkaufen können. Selber malen geht natürlich auch – auf einer 120 Meter langen Bodenleinwand. Und am späten Nachmittag laden DJs zum Brückentanz.

Frauen und Kinder zuerst.

Sonntag werden sich im „La Tente“ auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie Mütter mit ihren Kindern um die besten Plätze streiten. Um 12 Uhr lesen Schauspieler Christoph Ohrt, der graumelierte Witzbold von Sat 1, und Marina Kramer auf Deutsch und Englisch aus dem Buch „Der Garten am Wannsee. Maria besucht Max Liebermann“. Natürlich im Rahmen der „Schönsten Franzosen“. Kinder zahlen 5, Große 20 Euro und bekommen eine VIP-Eintrittskarte dazu. Anmelden bitte unter info@metinberlin.org oder 0180 541 00.

Stämme gründen, Schamane werden.

Im Ökowerk Berlin, Teufelsseechaussee 22, können Familien am Sonntag für 6 Euro leben wie die Ureinwohner Südamerikas. Indianerhäuptling „Langes Bein“ alias Christian Offer zeigt ab 12 Uhr, wie’s geht. Wer weiß, vielleicht werden Lebensentwürfe daraus.

Berlin, ein blaues Wunder.

Schon alles gesehen in der Hauptstadt? Wer als Berliner oder Dauergast den Reichstag x-mal besucht hat und auch schon auf dem Fernsehturm gewesen ist, kann bei der Stadttour „Blauer Sonntag – Berlin überraschend“ ungeahnte weiße Flecken im Stadtplan entdecken. Dazu erzählt der Guide von Stattreisen noch nie gehörte Geschichten. Treffpunkt ist Sonntag um 14 Uhr an der Buchhandlung Berlin Story, Unter den Linden 40, in Mitte. Kosten: 8,50 Euro für zwei Stunden. gba

Weitere Tipps gibt’s donnerstags in unserem Veranstaltungsmagazin Ticket.

Die Schweiz hat bekanntlich keine Feinde, das liegt an der jahrhundertelang gepflegten Neutralität. Auch Wettermann Petrus muss wohl ein „unbelastetes Verhältnis zur Schweiz“ haben, anders konnte sich Christian Blickenstorfer die milden Temperaturen am Mittwochabend nicht erklären. Der Schweizer Botschafter hatte in den Garten seines Amtssitzes direkt neben dem Kanzleramt geladen, um den Nationalfeiertag der Eidgenossen mit Landsleuten und vielen deutschen Ehrengästen ausklingen zu lassen. Ex-Finanzminister Theo Waigel (CSU) war da, Hans-Ulrich Klose von der SPD auch, ebenso der britische Botschafter Sir Peter Torry, Filmproduzentin Regina Ziegler und die Designer Klaus Unrath und Ivan Strano. Der diesjährige Gastkanton Aargau stellte die Buffet-Spezialitäten wie gedämpfte Saiblingsfilets und glasierte Kalbshaxe, auch der Chardonnay, zu dem sich Staatssekretär André Schmitz und Sänger Max Raabe angeregt unterhielten, kam aus dem Kanton. Beim Plaudern stützte sich Raab mit ausgestrecktem Arm so anmutig auf die Theke, wie er sich sonst bei Bühnenauftritten aufs Klavier stützt. Doris Leuthard, Mitglied des Schweizer Bundesrats, erinnerte sich an Kennedy und bekam für ein stolz vorgetragenes „Ich bin eine Aargauerin“ Szenenapplaus. Auch der junge Sänger Seven, ebenfalls Aargauer, war zu Gast. In seiner Heimat hat er gerade den Sprung in die Charts geschafft. Im Botschaftsgarten stieg er auf die Bühne, um die Schweizer Nationalhymne zu singen. So soulig wie einst Sarah Connor die deutsche, nur ohne Textschwäche. Auch sonst hat der Aargau wohl einiges zu bieten: „Eine gute Finanzpolitik“, sagte Bundesrätin Leuthard mit Augenzwinkern. Die Aargauer hätten gelernt, wie man Schulden abträgt. Vielleicht wurde am späten Abend noch der eine oder andere Tipp ausgetauscht. sel

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