STADTLICHTER STADTMENSCHEN : Ich wollt’, ich wär’…

Themen – Trends – Termine Was junge Berliner von Vorbildern halten

Skizzen aus dem Zoo.

Affen und Bären, Antilopen und Nashörner, Hasen, Elefanten und Löwen – sie alle sind einträchtig versammelt in einem meisterhaften kleinen Bleistiftskizzenbuch des Berliner Malers Pavel Feinstein. Wer noch ein besonders schönes kleines Geschenk zum Fest sucht, ist gut beraten, es schnell zu holen (nur in Kirschkerns Bücherei, Hohenzollerndamm 199, U-Bahnhof Hohenzollernplatz, Preis: 20 Euro). sve

Stromgitarren für Strummer.

Heute vor fünf Jahren starb Clash-Sänger Joe Strummer an einem Herzinfarkt. Ihm zu Ehren findet ab 19 Uhr im Maschinenhaus der Kulturbrauerei ein Tribute- Konzert statt. Auf der Bühne stehen unter anderem Deine Dose, Kill2Dress und Poolstar. In der Schönhauser Allee 36, der Eintritt kostet 8 Euro. sel

Lesebühnen-Best-of.

Gleich nebenan in der Alten Kantine trifft sich ab 19.30 Uhr wieder eine Auswahl der Berliner Lesebühnenszene. Heute mit Michael Ebeling und Jochen Reineke. Eintritt: 5 Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.kantinenlesen.de. sel

Rockender Kommissar.

Jahrelang ermittelte Bernd Michael Lade als Tatort- Kommissar an Peter Sodanns Seite, für seine lebensnahe Darstellung wurde er sogar zum Ehrenkommissar der sächsischen Polizeigewerkschaft ernannt. Nun kehrt Lade zu seinen Wurzeln zurück: dem Punkrock. Am morgigen Sonntag tritt er erstmals mit seiner neuen Band Ret Marut auf. Beginn ist um 20 Uhr im Café Garbáty, Breite Straße 43 in Pankow. Mehr Informationen im Internet unter www.cafe-garbaty.de. sel

Popmusik vorm Weihnachtsfest.

Auch im Sophienclub in Mitte wird in der Nacht vor Heiligabend noch einmal gefeiert: Bei der „Santa-Claus-Party“ gibt’s ab 22 Uhr aktuelle Chartsmusik und Popklassiker. In der Sophienstraße 6. sel

Finale vor den Ferien: Am letzten Tag vor der Weihnachtspause liefen Schüler und Lehrer des Lise-Meitner-Oberstufenzentrums gestern zu Höchstform auf. Ein Dutzend prominenter Gäste diskutierte mit den Jugendlichen über das Thema „Vorbilder?!“. Soll es im Leben denn nun um Geld, Geschick, Glück oder vielleicht eher ums gute Gewissen gehen?

Finanzsenator zu werden, scheint jedenfalls nicht jedem attraktiv. „Mich bedauern ständig alle und sagen immer: ,Ihren Job möchte ich ja nicht machen!’“, erzählte Thilo Sarrazin (SPD) vor den Schülern. „Aber mir macht das Spaß, in Daten und Fakten rumzugraben und Nuggets auszubuddeln.“ Dem jungen Publikum machte das großen Spaß.

Leistungssportlerin Kirsten Bruhn hing schon allerlei Edelmetall um den Hals, die Angestellte, die von ihrem Arbeitgeber AOK unterstützt wird, ist mehrfache Paralympics-Siegerin. Die 38-Jährige aus Schleswig-Holstein war mit einer Arbeitskollegin extra in aller Frühe zum Projekttag gefahren. Die Schwimmerin erzählte von ihrem Trainingspensum, vom Leben mit dem Rollstuhl nach ihrem Motorradunfall. Die Athletin warnte die Schüler davor, nur noch den Daumen an der Playstation zu bewegen. Sie schinde sich, „weil mir Sport tierisch Spaß macht und ich mich mit den Armen im Wasser nicht so bewegen will, als ob ich einen Kuchen mixe“. Dass sie andere Persönlichkeiten wie Boris Becker („ich bin dahingeschmolzen“) oder die Bundeskanzlerin treffe („die ist übrigens sehr nett, richtig ’ne Mutti“), sei toll, aber nicht erster Antrieb.

Ein paar Zimmer weiter machte Neuköllns Bezirkschef Heinz Buschkowsky (SPD) klar, dass er Politiker sei, um Dinge zu verändern. Er appellierte an die Schüler, auch dann im Bezirk wohnen zu bleiben, wenn sie eine Familie gründen. Walter Jertz aus Oppenheim – Ex-Nato-Pressesprecher, Bundeswehr-Generalleutnant a. D., Kinderbuchautor und im Privaten auch Entwicklungshelfer – wurde zur Rede gestellt zu Krieg und Frieden. Und die 29-jährige buddhistische Nonne Kelseng Parchin aus Kreuzberg mit familiären Wurzeln in der DDR musste noch im Lehrerzimmer erzählen, wie es ist, wenn das Lebensziel lautet: „Zur Ruhe zu kommen.“ Dazu hatten die Veranstalter des Diskussionstages indes keine Zeit. Da wurden Schautafeln mit Infos zu den Gästen wie NS-Zeitzeugin Inge Deutschkron und dem Grips-Theater-Chef Volker Ludwig aufgestellt. Grips-Ensemblemitglied Frank Engelhardt spielte in der Klasse, und Kabarettist Murat Topal trat in der Aula auf. Die 800 Euro, die für Kuchen, Käsesuppe, Kaffee und Karten hereinkamen, spendet die Lise-Meitner-Schule an die Arche des ebenfalls mitdiskutierenden Pfarrers Bernd Siggelkow sowie an das SOS Kinderdorf in Moabit, über dessen Arbeit Hannes Weiss ausgefragt wurde. Und außerdem gab es gestern für die Schüler der 12. und 13. Klassen noch Zeugnisse. kög

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