STADTMENSCHEN  : 48 000 Euro um den Hals

Seit Freitag haben Ölscheichs im Adlon neue Möglichkeiten, sich mit Souvenirs einzudecken.

Die Schmuckfamilie Wellendorff eröffnete dort eine Boutique. Seit 1893 ist das Unternehmen im Familienbesitz, der Schmuck ist „Made in Germany“ und sieht nicht so teuer aus, wie er ist. Der Chef des Unternehmens Hanspeter Wellendorff war mit Frau Eva gekommen, der ein besonderes Schmuckstück des Hauses zu verdanken ist: „Als Mädchen war ich immer so fasziniert von den langen Gardinenkordeln bei meiner Großmutter“, erzählt sie. Nachdem sie den Unternehmer geheiratet hatte, begann er, diese Kordeln aus feinen Goldfäden zu flechten. Nachahmung ist gerichtlich verboten, aber die Fertigungstechnik ist eh geheim.

Außerdem probieren die Wellendorff-Frauen alle Schmuckstücke aus, damit sie keine Tücken haben. Kann ich das Schloss des Armbands auch alleine bei Nacht und Nebel öffnen? Zieht mir die Kette auch keine Fäden im Pullover? Kann ich die Ohrringe stundenlang tragen, ohne dass die Ohren lang werden und wehtun? Nur wenn solche Fragen mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden, geht das Teil in die Fertigung.

In der neuen Boutique werden gerade 40 Ringe namens „Berlin 2009“ angeboten, mit eingraviertem Brandenburger Tor für 2700 und 3000 Euro. Nach dem Shop im KaDeWe, der im letzten September eröffnet wurde, und einem Geschäft in Stuttgart ist die Boutique im Adlon die dritte Eröffnung innerhalb kurzer Zeit.

Zur Party am Vorabend der Publikumseröffnung trugen die aktuelle Miss Germany und deren Vorgängerin von 1989 die Schmuckstücke. Auch Reiterin Nicole Uphoff führte ein Collier vor. Unter den Gratulanten waren benachbarte Botschafter wie der Brite Sir Michael Arthur, der Franzose Bernard de Montferrand, der Schweizer Christian Blickenstorfer, KPM-Besitzer Jörg Woltmann und BMW-Chef Hans-Reiner Schröder.

Eva Wellendorff trug drei goldene Kordeln um den Hals, die von einer mit Brillanten besetzten Ronde gehalten waren. Den Preis verriet sie auch: 48 000 Euro. bi

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