STADTMENSCHEN  : Der Schuhmacher der Stars kommt

der französische Schuhdesigner Christian Louboutin kommt nach Berlin.

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Foto: AFP/Jean-Marc BernardSBM/REALIS

Einmal hat er Schuhe angefertigt, die nur fürs Bett bestimmt waren. Ein Chinese hatte sie für seine Frau bestellt, sie waren über und über mit Rubinen besetzt, kosteten mehr als 10 000 Euro, doch es waren weder die teuren Steine noch der Preis, die die Schuhe am Ende so begehrenswert machten – es war ihre Sohle: Knallrot gefärbt, so wie bei allen Schuhen von Christian Louboutin. Dabei ist die Idee für diesen Marketingcoup aus einer Unzufriedenheit heraus geboren. Während er unzufrieden an einem Paar Schuhe feilte, lackierte sich eine Mitarbeiterin die Nägel. Louboutin war fasziniert von der roten Farbe, schnappte sich den Lack und bepinselte damit die Sohle. Seither sind die sein Markenzeichen geworden. Stars wie Nicole Kidman, Angelina Jolie, aber auch Präsidentengattin Carla Bruni tragen Louboutins bevorzugt auf roten Teppichen. Am heutigen Donnerstag kommt der französische Designer nun nach Berlin, um in der Boutique „The Corner“ am Gendarmenmarkt im Rahmen eines Empfangs seine neue Kollektion für Frühling und Sommer vorzustellen.

Mit dabei sein wollen Iris Berben, Hannah Herzsprung, Anna-Maria Mühe und Minu Barati-Fischer, die sich gerne auf roter Sohle durchs Leben bewegen. Auch, wenn dazu ein wenig Geschick notwendig ist, denn selten haben Louboutins weniger als zehn Zentimeter zu bieten. Es kommt eben doch auf die Länge an, sagt Designer Christian Louboutin. Denn mit zwölf Zentimetern unterm Fuß ändert sich nicht nur die Perspektive der Frau, die Männern plötzlich auf Augenhöhe begegnet. Auch sie wird anders gesehen, die Beine erscheinen länger, der Po straffer, die Brust höher und das schöne dabei: der Kopf funktioniert so gut wie auf flachen Schuhen, auch, wenn das manche vergessen, wie selbst der „Spiegel“ kürzlich Louboutins Kreationen lobte.

Geschmiedet werden diese Waffen in Paris, wo Christian Louboutin sein Atelier führt. Schon als kleiner Junge war er fasziniert von den Showtänzerinnen im Vergnügungsviertel Pigalle, polierte ihre Schuhe und wundert sich dabei, warum die schlanken Frauen immer so viel Fleisch beim Schlachter bestellten. Später merkte er, dass das hauchdünne Carpaccio nicht auf dem Teller, sondern im Schuh landete. Die Tänzerinnen versuchten so, die drückenden Stellen auszubessern. Statt Fleisch verwendet Louboutin heute weiche Polster, er kennt sehr genau die einzige Problemzone der Frauen, gegen die auch kein Fitnesstraining hilft.

Gelernt hat Louboutin sein Handwerk bei Schuhdesigner Roger Vivier, 1992 gründete er sein eigenes Label, aber der große Durchbruch kam erst mit der farbigen Sohle. „Sie sind ein sehr flirtives Element, wie das Pendant zu den Lippen einer Frau. Es ist wie ein Abschiedskuss, wenn sie über Asphalt geht“, hat Louboutin mal erzählt. Und gleichzeitig sei sie die Aufforderung: „Komm, folge mir.“ Schnell verschwinden wird die Frau mit den Absätzen ohnehin nicht können. Sonja Pohlmann

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