STADTMENSCHEN : Eine Lektion der Punk-Queen

Vivienne Westwood im Renaissance-Theater

Die „Queen of Punk“ eröffnet am 11. November im Renaissance-Theater die 21. Saison der Berliner Lektionen, eine gemeinsame Veranstaltung der Berliner Festspiele und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Die Mode-Schöpferin Vivienne Westwood ist dabei in bester Gesellschaft – Willy Brandt, Michail Gorbatschow und Vanessa Redgrave gehörten in der Vergangenheit zu ihren vielen prominenten Vorgängern am Rednerpult. Gesprochen hat die in einem Arbeiterviertel bei Manchester aufgewachsene gelernte Grundschullehrerin in Berlin dabei schon oft – als langjährige Professorin für Bekleidungsdesign an der Berliner Hochschule der Künste.

Auf Westwoods Auftritt als Berliner Lektorin darf man gespannt sein. Als die Queen ihre berühmte Untertanin zur „Dame Commander of the British Empire“ ernannte, soll sich die Modekönigin schräg für die royale Ehrung aufgerüscht haben – ohne Höschen unterm weiten Rock, wussten Klatschblätter zu berichten. Schlagzeilen macht die inzwischen 66-jährige Gründerin der Designer-Punkmode noch immer. 1993 heiratete Vivienne Westwood in zweiter Ehe den 26 Jahre jüngeren Andreas Kronthaler – für sie „der Quell meiner Freude“. Nicht darüber aber will die Frau mit den wirren orangeroten Haaren im November den Berlinern eine Lektion erteilen. Vielmehr engagiert sich die in Battersea südwestlich von London lebende Pionierin der Avantgarde immer stärker für politische Projekte. „Der Widerstand gegen die Propaganda“ ist ihr Thema zur Eröffnung der 21. Berliner Lektionen, die unter dem Titel „Blicke auf Berlin im 21. Jahrhundert“ stehen. Da darf man nach Westwood auch auf Roman Herzog gespannt sein, der am 18. November mit seiner Berliner Lektion „dran“ ist. Ist doch die berühmte „Ruck-Rede“ des Bundespräsidenten a. D. noch in bester Erinnerung, der 1997 den Aufbruch ins 21. Jahrhundert forderte. hema

Der Vorverkauf für die Veranstaltungen beginnt Anfang September

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