STADTMENSCHEN  : Feier-Hattrick für Brühl

Sonja Pohlmann
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Foto: dpadpa-Zentralbild

Eigentlich ist Daniel Brühl als friedliebender Mensch bekannt, doch beim gemeinsamen Dreh von „Lila, Lila“ bekam Kollege Henry Hübchen von ihm eine ganz andere Seite zu spüren. Während einer Prügelszene brach sich Hübchen eine Rippe, Brühl hatte zu heftig zugeschlagen – so lautet zumindest die Version, die Hübchen am Dienstagabend zur Premiere des Films im Kino in der Kulturbrauerei erzählte. Brühl hingegen versicherte, nicht seine Aggression, sondern Hübchens Tollpatschigkeit sei Schuld an dem Unfall. Wer von den beiden Schauspielern die Wahrheit sprach, war nicht endgültig zu klären, in jedem Fall aber passte die Flunkerei zum Film von Regisseur Alain Gsponer. Denn in „Lila, Lila“, der Leinwandadaption des gleichnamigen Bestsellerromans des Schweizer Autors Martin Suter, geht es um Hochstapelei. Brühl spielt den unscheinbaren Kellner David Kern, der eine gefundene Geschichte als seine eigene verkauft, um seine angebetete Marie, gespielt von Hannah Herzsprung, zu beeindrucken. Doch eines Tages steht der Herumtreiber Jacky, dargestellt von Henry Hübchen, vor der Tür, der angibt, der wahre Schöpfer des Buches zu sein.

Auch im wahren Leben hat Brühl nichts gegen kleine Lügen. „Ich flunkere ständig. Sonst wäre das Leben doch langweilig“, sagte er. Sogar seine erste Freundin habe er sich im Alter von 15 ausgedacht, um seine Freunde zu beeindrucken. Für Brühl war es am Dienstag die zweite Premiere von dreien innerhalb von drei Tagen. Am Montag war er bei der Erstaufführung von „13 Semester“ zu Gast, heute will er bei der Premiere von „Dinosaurier“ dabei sein. Gestresst war er deshalb nicht. „Im Gegenteil. Ich genieße es“, sagte Brühl. Immerhin eine Abwechselung gab es für ihn. Der Teppich war am Dienstag nicht rot, sondern passend zum Film lila. Und als sich Brühl und Hübchen darauf begegneten, gab’s erstmal eine Umarmung. Ganz vorsichtig natürlich. Sonja Pohlmann

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