STADTMENSCHEN : Filmreifer Protest vor der Oper

Ende nächster Woche wird es laut in der Charlottenburger Bismarckstraße. Junge Demonstranten werden vor der Deutschen Oper aufmarschieren, mit Plakaten und Wut im Bauch, und ihre Sprechchöre werden bis runter zur Leibnizstraße zu hören sein: „Schah, Schah, Scharlatan“. Aber dann stehen da noch andere Menschen. Die schauen grimmig drein und haben lange Holzlatten mitgebracht.

Ab kommenden Freitag wird vor der Deutschen Oper drei Tage lang der Besuch des persischen Schahs am 2. Juni 1967 nachgespielt – als Szene für die Verfilmung des „Baader-Meinhof-Komplexes“, Stefan Austs Standardwerk über die Rote Armee Fraktion. Produzent Bernd Eichinger hat für das Projekt eine Reihe bekannter deutscher Schauspieler verpflichtet: Moritz Bleibtreu spielt Andreas Baader, Martina Gedeck („Das Leben der Anderen“) ist als Ulrike Meinhof zu sehen, die Rolle von Gudrun Ensslin übernimmt Johanna Wokalek („Barfuß“). Die Verfilmung soll sich laut Eichinger nah am Original halten, Stefan Aust hat selbst am Drehbuch mitgeschrieben. Der „Baader-Meinhof-Komplex“ erzählt die Geschichte der linken Terror-Organisation von den Anfängen der Studentenrevolte bis zum Deutschen Herbst 1977, den Prozessen in Stammheim und der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Außer den drei Hauptcharakteren weiß man bisher kaum etwas über die Verteilung der Rollen im Film. Auch wer den Studenten Benno Ohnesorg spielen wird, der während des Schah-Besuchs von einem Polizisten erschossen wurde, verrät die Produktionsfirma bisher nicht. Regie führt Uli Edel („Letzte Ausfahrt Brooklyn“, „Christiane F.“), gedreht wird mehrere Monate lang in Berlin und München. Außerdem sollen Nadja Uhl und Alexandra Maria Lara für den Film verpflichtet worden sein, ebenso haben Karoline Herfurth und Hannah Herzsprung Rollen bekommen. Auch Bruno Ganz ist dabei, der würde sicher einen guten Schleyer abgeben. Der Kinostart ist für Herbst 2008 geplant. sel

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