STADTMENSCHEN  : Joschka – die Filmpremiere

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Eigentlich müsste es ja ein grüner Teppich sein. Doch bei der Premiere des Films „Joschka und Herr Fischer” setzt man im Delphi Filmpalast am Donnerstag ganz auf das traditionelle Rot. Dabei ist mit der Hauptfigur nicht nur der Ex-Grüne und frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer mit Gattin Minu Barati anwesend. Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende und -Spitzenkandidatin für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus Renate Künast, der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir und noch eine Reihe weiterer Grünen-Politiker sind gekommen, um sich den Dokumentarfilm über Fischers Werdegang vom 68er und Sponti in Turnschuhen zum Bundesaußenminister im Anzug anzusehen. Den roten Farbton unter den Premierengästen liefert der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier. „Ich habe mit dem Politiker Fischer früher sehr gern zusammengearbeitet“, sagt Steinmeier.

„Meine Motivation war es, diese außergewöhnliche Biographie auf dem Hintergrund von 60 Jahren bewegter deutscher Geschichte zu zeigen”, erzählt Regisseur Pepe Danquart vor der Premiere. Wem der über 140 Minuten lange Film in manchen Punkten zu unkritisch sei, dem könne er nur sagen, er sei kein Journalist, sondern ein Filmemacher und Geschichtenerzähler, so der 56-Jährige. Fischer selbst – in legerem dunklem Sommeranzug und weder in Turnschuhen noch mit Krawatte – sieht den fertigen Film bei der Premiere zum ersten Mal. „Der Rohschnitt vorab hat mir gefallen. Auch wenn ich mich leider sehr alt fand”, verrät der 63-Jährige. Der Film zeige außerdem, dass mit mehr Macht immer auch mehr Verantwortung einher gehe, sagt Fischer. Dem müsse sich auch seine ehemalige Partei auf ihrem derzeitigen Erfolgskurs stellen.Eva Kalwa

Filmkritik auf Seite 25

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