Stadtmenschen : Kommandeurin Vicky Leandros

Eine Position im Schattenkabinett Friedbert Pflügers im Jahr 2006 schlug sie noch aus. Am Sonntag ist Schlagersängerin Vicky Leandros nun zur Kommandeurin ernannt worden - vom Zwergstaat Luxemburg.

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Sängerin Vicky Leandros.
Sängerin Vicky Leandros.Foto: dpa

Es ist nicht immer leicht für Friedbert Pflüger in Berlin: erst die Niederlage bei den Berliner Abgeordnetenhauswahlen 2006, dann die misslungene Kandidatur für den CDU-Landesvorsitz 2008 und die Abwahl als Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus im selben Jahr.

Und nun auch noch das, was sich gestern in seiner Abwesenheit in der Luxemburgischen Botschaft zutragen sollte. Da ließ sich die Sängerin Vicky Leandros („Theo, wir fahr’n nach Lodz“) inmitten einer illustren Gästeschar aus Diplomatie und Prominenz zum „Kommandeur des Verdienstordens des Großherzogtums Luxemburg“ ernennen. Die Frau, die 2006 nicht als Kultursenatorin in Pflügers Schattenkabinett zur Verfügung stehen wollte, weil sie ihre Tournee nicht unterbrechen wollte, ist nun Kommandeurin eines zentraleuropäischen Zwergstaates. Dass sich ein Berliner Urgestein, das die gebürtige Griechin Vicky Leandros seit langem ist, lieber vom Zwergherzogtum Luxemburg für längst vergangene Grand-Prix-Kooperationen zur Kommandeurin als von Pflüger zur Kultursenatorinnenanwärterin in Berlin machen lässt, das sagt einiges aus.

Nun mag man einwenden, dass die Luxemburger Kommandierendenstelle einzig eine Ehrenbezeugung ist, Pflügers Ansinnen aber seinerzeit eine handfeste politische Verpflichtung bedeutet hätte. Man kann zu diesem Einwurf aber auch sagen: Angesichts der Umfragewerte der Berliner CDU anno 2006 war ein Platz im Schattenkabinett Pflügers nicht viel mehr wert als – sagen wir – eine ehrenamtliche Kommandantur im Erzherzogtum Luxemburg. Für manche sogar weniger, wie ja seit gestern bewiesen wäre.

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