Stadtmenschen : Kunst statt Werbung

Wenn in Zeiten der Wirtschaftskrise die Ausgaben für Werbung sinken, wird Plakatfläche frei. Die Wall AG zeigt ab Dienstag an vielen Bushaltestellen Mauerfall-Kunst statt Reklame.

BerlinAuf 1000 Werbetafeln der Wall AG wird ab Dienstag keine Reklame, sondern ein überraschendes Motiv zu sehen sein: Gesichter dreier lachender und weinender DDR-Bürger aus dem Jahr 1989 und ein kurzer Text zum Mauerfall. Für seine Fotocollage „German Fall“ erhielt der Künstler Fred Hüning am Sonnabend beim Sommerfest des Vereins Berliner Wirtschaftsgespräche den ersten Preis im Wettbewerb „Ein kreativer Blick auf das ungeteilte Berlin“. Den habe man jahrelang anlässlich des 20. Jubiläums des Mauerfalls vorbereitet, sagte Juryvorsitzende Juliane Freifrau von Friesen.

Rund 650 Wirtschaftsvertreter, Politiker und andere Ehrengäste hatten die Berliner Wirtschaftsgespräche in den Hof der GLS Sprachenschule an der Kastanienallee in Prenzlauer Berg geladen. Mit dabei waren Walter Momper, Abgeordnetenhauspräsident und Vorsitzender der Wirtschaftsgespräche, der Molekularbiologe und einstige Mitbegründer des Neuen Forums, Jens Reich, und Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Für Unterhaltung sorgten das Kabarett „Die Distel“ und die „Linie 1“-Band des Grips-Theaters, dessen Gründer Volker Ludwig auch in der Wettbewerbsjury saß. Viele Sponsoren hatten das Fest und den Kunstwettbewerb ermöglicht – die Wall AG setzt nun mit ihrer Plakatkampagne noch eins drauf. (CD)

Ausgewählte Kunstwerke aus dem Wettbewerb veröffentlichen die Berliner Wirtschaftsgespräche jetzt als Poster, Postkarten und im Internet unter www.bwg-ev.net.

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