STADTMENSCHEN : Liebeslehrer im Admiralspalast

Auf den ersten Blick wirkt er ein bisschen linkisch: schmale hängende Schultern, vorgestrecktes Bäuchlein, unsicherer Blick. Die hohe Stirn geht nahtlos in eine blanke Glatze über. Man könnte Bernhard Ludwig deshalb für sehr durchschnittlich halten, vielleicht sogar für verklemmt. Aber dann sagt der 60-Jährige Sätze wie diesen: „Man sollte seinen Beckenboden trainieren, nicht nur um nicht so schnell ins Altersheim zu kommen, sondern auch um die Zahl der Orgasmen zu steigern.“

Ludwig geht wissenschaftlich an die komplizierte Sache mit der Liebe, den Männern, Frauen und dem Sex heran. „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“ heißt das Seminarkabarettprogramm des Wiener Psychologen und Kabarettisten, der vor seiner Bühnenkarriere in einer Klinik für Herzinfarktpatienten arbeitete. Heute tritt er zum ersten Mal in Berlin auf – im Admiralspalast Studio. „Das einzige Mittel, eine Liebesschule zu machen, ist Kabarett“, sagt Ludwig voller Überzeugung. „Humor ist das beste Gleitmittel.“ Er will die Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern auch therapieren – und sie Zufriedenheit lehren, anders als es der ironische Programmtitel suggeriert. Sie sollten zum Beispiel erkennen, dass der Partner gut genug ist, sagt Ludwig in seinem starken österreichischen Dialekt: „Partner“ klingt bei ihm wie „Battna“. Bei ihm selbst hätten seine Strategien gewirkt: Vor kurzem hat er „nach einem Vorspiel von 21 Jahren“ seine zweite Frau geheiratet. dma

Premiere heute, weitere Termine: 28.6, 5. und 6. 7. , jeweils 20.30 Uhr, Admiralspalast Studio, Friedrichstraße 101; Tickets 19-27 Euro unter Tel. 47 99 74 99. Der Tagesspiegel verlost dreimal zwei Karten für Sonnabend. Wer gewinnen will, schickt bis heute 17 Uhr eine Mail mit Betreff „Ludwig“ an verlosung@tagesspiegel.de.

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