STADTMENSCHEN : Mein Leben, mein Film

Helene Hegemann ist 16. Ihr Filmdebüt "Torpedo" füllte zur Premiere die Volksbühne. "Berlin hat mich befreit", sagt die Regisseurin.

Ric Graf

Aus der Krise ist schon so manches Großes hervorgegangen: Helene Hegemann kam nach dem Tod ihrer Mutter vor zwei Jahren nach Berlin zu ihrem Vater, dem Ex-Dramaturgen der Volksbühne, Carl Hegemann. Da war sie 14 Jahre alt. „Berlin hat mich befreit, ist meine Inspiration für die Arbeit geworden“, sagt die heute 16-Jährige beim Gespräch in einem Café in Mitte. „Wäre ich in Bochum geblieben, würde ich Tagebuch schreiben und eine Banklehre machen. In Berlin kann ich das tun, was mir gefällt.“ Hier setzte sie sich an ein Drehbuch, in dem sie ihre Geschichte erzählt, und schickte das Skript dem Regisseur Tom Tykwer, der sie tatsächlich anrief und ihr Mut machte. Und Hegemann stellte ein Team zusammen, konnte eine Produktionsfirma und Geld organisieren. Sie überzeugte prominente Schauspieler wie Alice Dwyer, Jule Böwe, Caroline Peters und Matthias Matschke, und der „Super Nanny“ von RTL schickte sie ihr Skript und gewann sie für die Rolle einer Therapeutin. Anfang des Jahres wurde in Berlin gedreht.

In dem 45-minütigen Kurzfilm erzählt Hegemann von einem traumatisierten Mädchen, das nach dem Tod ihrer Mutter nach Berlin kam – in eine Theaterfamilie irgendwo in Mitte. Und alles geht drunter und drüber. „Am Ende ist es Trash“, sagt Hegemann. Als „Torpedo“ vor kurzem Premiere in der Volksbühne feierte, war der Saal voll. Die Schule hat sie längst geschmissen. Jetzt macht sie ihr Fernabitur und schreibt an einem Roman und einen Langfilmdrehbuch.

„Torpedo“ (beim „Festival Around The World in 14 Films“), Sonnabend, 22.30 Uhr, Babylon, Rosa-Luxemburg-Platz.

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