STADTMENSCHEN : Metropolis und die Superstars

Geburtstagsparty für die 90-jährige Ufa

Weit ist der Weg von den Niederungen irdischer Eitelkeiten, wie sie durch „Deutschland sucht den Superstar“ repräsentiert werden, bis in den Sternenhimmel großer Kunstwerke, zu denen Fritz Langs „Metropolis“ zählt. Das Band, das so weit reicht, heißt Ufa und feierte 90sten Geburtstag mit einer großen Gala in der Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden. 1917, im Gründungsjahr der Ufa, wurden unter anderem Dean Martin, Eddie Constantine und Joan Fontaine geboren. Seit 1964 gehört die Ufa zu Bertelsmann. Sie ist, wie ihr Chef Wolf Bauer sagte, immerhin doppelt so alt wie das ZDF. Nach seinen Worten ist dies eigentlich die vierte Ufa, nach der ersten, die noch während des 1. Weltkriegs entstand und mit Ernst Lubitsch als Star-Regisseur zum Mythos wurde, der zweiten, die von den Nazis als Propagandainstrument missbraucht wurde und der dritten, die 1963 am Siegeszug des Fernsehens zugrunde ging. Bauer trug sein Hemd offen, denn man wollte keinen „gediegenen Festakt“. Trotzdem war der Geburtstagsschmaus durchaus divenkompatibel mit Weißwurst vom Zander an Senfeis.

Die Ufa-Favoriten der Geburtstagsgäste stehen fest am Sternenhimmel. Klaus Wowereit liebt „natürlich schon wegen Marlene Dietrich“ den Film „Der Blaue Engel“ . Drei Jahre vor der Machtergreifung der Nazis war die Filmwelt so glanzvoll, wie sie sich erst in den letzten Jahren wieder präsentiert. Fritz Lang ging 1933 in die USA. Adalbert Rohloff, Ehrenmitglied der Berliner Pressekonferenz, hat als Kommunikationschef die Rückkehr der Ufa nach Babelsberg zwischen 1992 und 2003 begleitet. Beim Fest erinnerte er daran, wie Erich Kästner, der unter den Nazis Schreibverbot hatte, nur mit einer Sondergenehmigung unter dem Pseudonym „Bertolt Bürer“ das Drehbuch für „Münchhausen“ schreiben konnte, der 1943 in die Kinos kam. „Münchhausen“ ist der Lieblingsfilm der Schauspielerin Alexandra Kamp. Produzent Artur Brauner findet alles von Fritz Lang „zum Niederknien“. Sein Lieblingsfilm? „Metropolis!“ Auch an „Alraune“ hegt er schöne Erinnerungen: „Den habe ich als Kind gesehen“. Zusammen mit seiner 17-jährigen Enkelin Laura Rosen saß er in der schneeweiß gestalteten Lounge auf dem Bertelsmann-Dach. Liz Mohn liebt ebenfalls „Metropolis“. Neben vielen Soap-Sternchen waren auch Manager gekommen, RBB-Intendantin Dagmar Reim zum Beispiel oder Martin Willich, Chef des „Studio Hamburg“, von dem die Ufa Produktionsstätten in Babelsberg und Adlershof mietet. Bi

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