STADTMENSCHEN : Münchner Perspektiven

Der Ausblick ist Programm. Die zehn Mitarbeiter des neuen Hauptstadtbüros der BMW-Stiftung Herbert Quandt blicken auf den Hauptbahnhof, aufs Kanzleramt, den Reichstag oder die Charité.

Das passt gut zu den Schwerpunkten der Stiftung. Sie organisiert Konferenzen in aller Welt, um Top-Manager mit dem kreativen Nachwuchs zu vernetzen. Mobilität, wie sie der Bahnhof symbolisiert, die Verbindung zur Macht, die das Kanzleramt verdeutlicht, und ein Gefühl für den Aufbruch in neue Welten und Zeiten, wie es der Blick nach Osten nahelegt, bilden die Kulisse für die Mitarbeiter, die zum Teil aus München nach Berlin gekommen sind. Dort gibt es jetzt nur noch ein Nebenbüro der Stiftung, die 1970 aus Anlass des 60. Geburtstags von Herbert Quandt gegründet wurde und ein Kapital von 50 Millionen Euro hat.

Für BMW-Aufsichtsratschef Joachim Milberg ist es wichtig, dass auch sprachliche Grenzen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen überwunden werden. Bei der Eröffnung des neues Büros direkt an der Spree, an der auch Bundestagspräsident Norbert Lammert und der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker teilnahmen, warb er für eine „Kultur des Erklärens“ zwischen Wirtschaft und Politik. Die Stiftung fördert nicht einzelne Projekte, sondern arbeitet vor allem an der Vernetzung gesellschaftlicher Gruppen, hält Kontakte zu Thinktanks und demnächst wohl auch zu Künstlern.

Für Vorstandsmitglied Markus Hipp, den studierten Theologen und Philosophen, der Landarbeit als Hobby pflegt, geht es vor allem darum, Horizonte so zu weiten, dass sie in Handlungen umgesetzt werden. Wenn sich bei einer der von der Stiftung organisierten Konferenzen ein junger indischer und ein älterer deutscher Manager finden, um gemeinsam ein Projekt für Straßenkinder aufzuziehen, ist das für ihn ein Erfolg. Es reiche nämlich längst nicht mehr, nur Geld zu geben. Bi

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