STADTMENSCHEN : Ordentlich gesammelt

Im Schloss Charlottenburg wurde gestern im Beisein von Ehrengästen wie Prinz Leopold von Bayern ein Lebenswerk gefeiert. Der Berliner Bildhauer Karsten Klingbeil stellte sein Buch „Orden – 1700-2000“ vor. Mehr als 50 Jahre Sammelleidenschaft stecken in dem Werk, das Paul Arnold, Direktor des Münzkabinetts Dresden, gestern als einzigartige Ansammlung aller noch existierenden Orden des deutschsprachigen Raumes würdigte. Mehr als 2600 Hochglanzfotos zeigen Orden, die der Autor so vor der Vergessenheit bewahren will. Orden haben nicht nur ihre Geschichte, sie sind oft auch einzigartige Kostbarkeiten. Dass er seinen Orden mit 18 Jahren vom Großvater erhielt, erzählte gestern launig der Sammler und Prinz aus Bayern. Auch der Buchautor Karsten Klingbeil bekam in seinem 83-jährigen Leben schon Orden. So ehrte ihn der ehemalige französische Staatspräsident Jacques Chirac mit der Goldmedaille für Kunst der Stadt Paris und die Stadt Quiberon in der Bretagne mit der Medaille d’or de l’académie francaise. Diese Ehrungen galten aber dem Bildhauer Klingbeil. Diese Kunst hatte der in Stettin geborene Einserschüler einst bei Max Esser und Renée Sintenes in Berlin studiert, bevor er hier nach dem Krieg mehr zufällig zum größten Bauträger wurde. Das ermöglichte dem „Baulöwen“, der mehr als 3000 Wohnungen errichtete, ausgiebig seiner Sammelleidenschaft zu frönen – nicht nur über Orden, auch über Schmetterlinge und Muscheln aus aller Welt weiß er heute alles. Einen Renaissance-Menschen nannte da Ehefrau Ulla schon mal liebevoll-stolz ihren vielseitigen Mann. hema

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