STADTMENSCHEN  : Pimm’s, Gags, Gartenparty

2000 Gäste waren am Mittwochabend auf der Gartenparty des britischen Botschafters.

Eva Kalwa

Wenn das nicht typisch britisch ist: Der Rasen ist frisch gestutzt, der Spätsommerhimmel wolkenverhangen, ein Dudelsack spielt, einige Gäste schlendern in Kilts umher und im Haus liegen dicke Teppiche vor den Kaminen. Und alle rund 2000 Gäste warten auf der Gartenparty des britischen Botschafters am Mittwochabend höflich und geduldig in einer langen Schlange, bis sie ihre Gastgeber, Sir Michael Arthur und Lady Plexy Arthur, in deren Residenz in Grunewald persönlich begrüßen können. Unter den Gästen sind unter anderem Produzentin und Moderatorin Tita von Hardenberg, Moderator Peter Frey, der ehemalige Innenminister Otto Schily, mehrere Wirtschaftsvertreter und aktuelle und gewesene Botschafter wie John C. Kornblum aus den USA.

Nach dem langen Warten werden zur Stärkung im Garten hinter dem großen, efeubewachsenen Haus Appetithäppchen, kiloweise Erdbeeren und jede Menge Pimm’s gereicht: eine Bowle mit Gin, Gurkenscheiben und Zitrusfrüchten. Im Haus lädt die umfangreiche Bibliothek zum Ausruhen und Schmökern und die von Orchideen eingerahmte Whisky-Bar zum Probieren von teils 16 Jahre altem „Lebenswasser“ – so die gälische und irische Übersetzung des Getränks – ein. Nachdem der Dudelsackspieler auf dem Balkon „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ gespielt hat, hält Sir Arthur eine kurze Ansprache – wie gewohnt mit trockenem britischem Humor gewürzt.

Es gebe ja in diesem Jahr viele Jubiläen zu feiern, so der Botschafter, doch zwei gelte es besonders hervorzuheben: Die Schlacht bei Minden 1759, bei der Großbritannien und Preußen gemeinsam Frankreich besiegt haben, und den Todestag von Georg Friedrich Händel im gleichen Jahr. Den großen Komponisten hätten sich Deutschland und England ja regelrecht geteilt. „Und als er dann für immer nach London ging, hat er seinen Umlaut sofort weggeworfen“, flachst Sir Arthur. Und mit diesen Hinweisen auf die gute deutsch-britische Zusammenarbeit lädt er seine Gäste zum „lockeren, fröhlichen Feiern“ ein, was diese sich nicht zweimal sagen lassen. So sehr englisch sieht der Rasen unter den vielen Schuhabsätzen nach wenigen Stunden dann allerdings nicht mehr aus. Eva Kalwa

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