Stadtmenschen : Quadriga feiert im Ungewissen

Ob Vattenfall auch dann die Quadriga-Verleihung weiterfinanziert, wenn der Vertrag mit der Werkstatt Deutschland 2009 ausläuft? Bei der Aftershowparty auf der Bühne der Komischen Oper gab sich der Vorstandsvorsitzende Tuomo Hatakka reserviert. Jegliches Engagement werde sorgfältig überprüft: „Heute wollen wir erst mal den Abend genießen.“ Geschäftsführerin Marie-Luise Weinberger gab sich zuversichtlich: „Es wird sich jemand finden.“ Der Friedensnobelpreisträger und Präsident der Demokratischen Republik Ost-Timor, José Ramos-Horta, hatte zuvor in einer Ansprache den Friedensnobelpreis für die Europäische Union gefordert, weil das Länder in Asien inspirieren könnte, mehr Anstrengungen in Richtung Frieden und Demokratie zu unternehmen. Gäste wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder und der russische Botschafter Vladimir Kotenev plauderten nach der Zeremonie noch lange bei Erbsensuppe, Wurst und Brot. Laudator David Weinberger aus Boston bekannte, dass Berlin völlig anders sei, als er es sich vorgestellt habe: „Viel grüner und viel entspannter.“ Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, der unter den Quadriga-Preisträgern war, erzählte, er sei öfter in Berlin: „Die Stadt hat eine fantastische Hacker-Szene.“ Seit Jahren besucht er regelmäßig die lokalen Wikipedia-Aktivisten. Für die Älteren ist er der vertraute Kumpel. Die Jüngeren fragten manchmal sogar nach Autogrammen. Um die Wiki-Gemeinden weltweit zu besuchen, ist er ständig unterwegs. Virtuell kann man zwar eine Menge machen. Aber zusammensitzen und ein Bier trinken, das geht eben nach wie vor nur analog. (Bi)

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