Stadtmenschen : Sternstunde für junge Sänger

Mercedes-Chef Walter Müller hatte überlegt, ob die Gala mit der Rheinsberger Kammeroper, die schon zum neunten Mal zugunsten von Nachwuchssängern stattfand, wegen der Krise diesmal ausfallen müsse. Aber ein so nachhaltiges und langfristiges Engagement einfach abzubrechen, hat er doch nicht übers Herz gebracht.

Die Verwandlung vom Autohaus zur Opernspielstätte steckt die Mercedes-Welt am Salzufer lässig weg. Die Akustik ist erstaunlich gut, und die hellgrünen Frühlingsbäume hinter den hohen Glaswänden sind sowieso die perfekte Kulisse für Arien von unter anderem Carl Maria von Weber oder Richard Wagner. Zwar hatte Mercedes-Chef Walter Müller überlegt, ob die Gala mit der Rheinsberger Kammeroper, die schon zum neunten Mal zugunsten von Nachwuchssängern stattfand, wegen der Krise diesmal ausfallen müsse. Aber ein so nachhaltiges und langfristiges Engagement einfach abzubrechen, hat er doch nicht übers Herz gebracht. So kamen rund 450 Gäste, darunter der britische Botschafter Sir Michael Arthur, sein Vorgänger Sir Peter Torry, Filmproduzent Artur Brauner, VBKI-Präsident Klaus von der Heyde, die Diplomatenclub-Präsidentinnen Gisela von der Planitz und Mania Feilcke, der ADAC-Ehrenvorsitzende Wolf Wegener, Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka und Lothar de Maizière in den Genuss eines besonders schönen Konzerterlebnisses. Zunächst dirigierte Siegfried Matthus, der jede Menge applaudierte Glückwünsche nachträglich zum 75. Geburtstag bekam, sein eigenes Werk „Perpetuum Mobile“, das er zum 100. Geburtstag von Mercedes in Berlin komponiert hatte. Darin hat er die Autohupe zum klassischen Musikinstrument geadelt. Grandios war das Finale, bei dem alle Nachwuchssänger, ausdrucksvoll dirigiert von Martin Fischer-Dieskau, zusammen mit dem Moderator, Kammersänger Jochen Kowalski, „O Sole Mio“ sangen.

Rund 460 Sänger aus 41 Ländern hatten sich beim Internationalen Gesangswettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg beworben . Von den 40 Preisträgern traten acht am Mittwochabend auf. Aus den Eintrittsspenden kam eine Summe von rund 20 000 Euro zusammen. Insgesamt erbrachten die Galas in den letzten neun Jahren 150 000 Euro für die Nachwuchsförderung.

Anfangs hatte Jochen Kowalski, der sich selbst mit einer Arie aus Händels „Giulio Cesare in Egitto“ beteiligte, nonchalant gesagt: „In schlechten Zeiten wird immer gut gesungen.“ Treue Stammgäste berichteten, dass auch früher hier schon exzellent gesungen wurde. Aber vielleicht kann man das in schlechten Zeiten noch intensiver genießen. Bi

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