STADTMENSCHEN : Stumpen-Rudis Sexappeal

Ob Stumpen-Rudi Sexappeal hat? Wie er da so sitzt, die Ellenbogen aufgestützt, seine Zigarre köpfend, während er die 1001. Anekdote aus seiner wilden Jugend erzählt? Radio-1-Moderatorin Bettina Rust laviert, doch ja, eine natürliche Autorität strahle er schon aus, der Ex-Schalke- Manager und Tabakpromoter Rudi Assauer, aber eigentlich wolle sie sich dazu nicht äußern. Assauer grinst breit. „Na, jetzt antworten Sie mal auf die Frage!“

So viel Enthüllungsjournalismus ist möglich, wenn der „Verband der deutschen Rauchtabakindustrie“ zum Expertengespräch über „Fußball, unser Kulturgut“ einlädt. Ärgerlich: Gerade gewinnt Schalke 5:0 gegen Cottbus, und im Nebenzimmer von „Habel Weinkultur“ in der Luisenstraße steht kein Fernseher. Jemand hat die Ergebnisse auf einen Zettel gekrakelt, den Assauer zur Nachspeise kommentarlos studiert. Vorher hatte er gemosert, Schalke spiele „Holper-Fußball“, und den entlassenen Trainer Mirko Slomka hätte er gar nicht erst verpflichtet.

Bettina Rust interessiert sich wenig für Ballsportarten, deshalb landen ihre Fragen meistens im Toraus. Warum haben Männer so ein Mammutgedächtnis für Fußballstatistik und können sich nicht mal drei Positionen auf dem Einkaufszettel merken? Assauer erklärt um drei Ecken, dass Frauen ja froh sein könnten, wenn ihre Männer überhaupt was im Kopf haben. „Frauen interessieren sich eben nicht dafür.“ Da lauert schon das Thema Frauenfußball, und der Experte gibt sich keine Mühe, den Macho-Fettnapf zu umspielen. „Frauen haben so viele Körperteile, die so was von sensibel sind ...“ – weiter kommt er nicht, Bettina Rust muss losprusten.

Rauchen und Fußballspielen, das gehe allerdings kaum noch zusammen. In seiner aktiven Zeit, in den 60er Jahren, war Assauer abstinent. Erst mit 42 Jahren kam er auf den Geschmack. Seitdem nennen sie ihn „Stumpen-Rudi“. loy

0 Kommentare

Neuester Kommentar