Standortdebatte : Wohin mit der Fashion Week?

Noch zwei Mal sollen Models über einen Laufsteg gleich neben dem unterirdischen Mahnmal zur Bücherverbrennung am Bebelplatz spazieren. Danach wird das Mode-Ereignis vermutlich an die Straße des 17. Juni verlegt.

Wo der Laufsteg der Fashion Week künftig stehen soll, ist weiter unklar. Foto: ddp
Wo der Laufsteg der Fashion Week künftig stehen soll, ist weiter unklar. Foto: ddpFoto: ddp

Die Mercedes-Benz Fashion Week wird vom 7. bis 11. Juli 2010 und im Januar 2011 voraussichtlich wieder auf dem Bebelplatz stattfinden. Danach wird das Mode-Ereignis wahrscheinlich an die Straße des 17. Juni verlegt.

Das kündigte gestern Martina Matischok-Yesilcimen an. Die Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit des Bezirksamtes Mitte hatte zuvor zwei Stunden über einen neuen Standort für die Modenschau diskutiert – mit Fashion-Week-Veranstalter Matthias Pietza von der Firma IMG einerseits und Angehörigen von vier Bürgeriniativen und Organisationen andererseits. Sie kämpfen seit langem dafür, dass auf dem historisch sensiblen Bebelplatz weniger kommerzielle Veranstaltungen stattfinden. Sie fordern, dass das Denkmal des Künstlers Micha Ullman nicht mehr mehrmals im Jahr verdeckt und die Ruhe auf dem Platz gestört wird. Das Mahnmal ist zwar während der Fashion Week zugänglich. Allerdings sei es schwer zu finden, sagten Angehörige der Initiativen. Und die Atmosphäre des Gedenkens werde durch die Shows beeinträchtigt.

Die Lösung des Ausschusses soll ein Kompromiss sein, befriedigt aber keinen der Beteiligten: Pietza würde lieber am Bebelplatz bleiben. Auch weil noch unsicher ist, ob der Senat zulässt, dass die Straße des 17. Juni gleich zwei Mal pro Jahr für die Mode gesperrt wird. Und die Verteidiger des Denkmals fühlen sich übervorteilt: Sie hatten gehofft, dass die Fashion-Week schon in diesem Sommer einen neuen Standort findet. Denn Anfang des Jahres hatte sich der Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses ihrer Meinung angeschlossen. Die Mitglieder der „Initiative Bebelplatz“, des Berliner Berufsverband Bildender Künstler, und die Unterzeichner der Petition ans Abgeordnetenhaus – sie alle verlassen die Diskussion schlecht gelaunt. dma

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