Stadtleben : Steine der Vergangenheit

Auf der Suche nach den Spuren der Kaiserzeit

Lothar Heinke

Wenn sie nun unbedingt das Schloss zurückhaben wollen, dann liegt es auch nahe, zu untersuchen, was aus Kaisers Zeiten in der Stadt übrig geblieben ist. Zwei Autoren haben da jetzt Erstaunliches zutage gefördert: Überall ist Kaiserzeit! Ob das nun alte Häuser, Villen oder Theater sind, Bahnhöfe, Unterirdisches im „Bauch von Berlin“, Justizpaläste, Friedhöfe, Museen, Künstlerhäuser oder Verkehrsanlagen – erstaunlich viel davon entstand zu Kaisers Zeiten, hat den Krieg überdauert, wurde, wenn zerstört, wiederhergestellt und macht heute den Reiz der Stadt aus.

„Die Hinterlassenschaft jener Epoche umgibt uns alltäglich, ohne dass wir ihr große Aufmerksamkeit schenken. Das ist so, wenn wir die Klospülung betätigen und unseren Unrat der Kanalisation anvertrauen, deren erster Bauabschnitt 1876 in Betrieb genommen wurde“, schreiben Michael Bienert und Elke Linda Buchholz und listen unzählige Beispiele dafür auf, wie unsere Altvorderen bleibende Werte geschaffen haben. Der Wegweiser durch Berlin mit seiner Fülle von Fakten, Geschichten und ins Heute ragenden Zeugnissen Berliner Begebenheiten ist mehr als eine Fleißarbeit – wir lernen die Stadt, unsere Stadt, neu erkennen und mit anderen Augen zu sehen. Und sind ein bisschen klüger als zuvor.

Michael Bienert/ Elke Buchholz: Kaiserzeit und Moderne. Ein Wegweiser durch Berlin. Berlin Story Verlag, 19,80 Euro.

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