Stiftung Preußischer Kulturbesitz : Parzinger als Stiftungs-Präsident vereidigt

Der Archäologe Hermann Parzinger ist neuer Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Kulturstaatsminister Bernd Neumann überreichte dem 49-Jährigen im Berliner Pergamon-Museum feierlich die Ernennungsurkunde.

Berlin Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hob bei seiner Rede auf Parzinger besonders dessen gute Beziehungen zu Russland hervor, die sich im Streit um die Rückgabe von Beutekunst als wertvoll erweisen könnten. Neumann würdigte zugleich den bisherigen Präsidenten Klaus-Dieter Lehmann. Dieser habe die Stiftung zu einem "globalen Kulturkonzern moderner Prägung" gemacht.

Parzinger nannte in seiner Antrittsrede die Vernetzung der Stiftungseinrichtungen und die Stärkung der Forschung als zentrale Aufgaben der Zukunft. "Es muss die Unruhe des Nichtwissens sein, die uns antreibt", sagte er. Als dringliches Ziel bezeichnete er die Verknüpfung von Wissensarchiven aus Bild-, Text- und Tonspeichern. Ein virtuelles Portal zu den Stiftungseinrichtungen würde die Stiftung weltweit noch bekannter machen. Gleichzeitig müssten auch Image und Marketing verbessert werden.

Mit dem Hinweis auf die Ursprünge der Stiftung verabschiedete sich Lehmann, der ab April das Amt des Präsidenten des Goethe-Instituts übernimmt. Preußen habe die deutsche und europäische Geschichte der letzten 300 Jahre maßgeblich geprägt. Es sei ein Fehler, sich die eigene Geschichte durch den langen Schatten der nationalsozialistischen Barbarei verstellen zu lassen. Eine solche Sichtweise führe zu Geschichtslosigkeit, Desinteresse und Unsicherheit. Als nationale Einrichtung sei die Stiftung eine Chance, das reiche kulturelle Erbe Preußens zu erhalten. (dm/ddp)

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