Stadtleben : Strahlende Stunden

Beim „Festival of Lights“ werden wieder prominente Gebäude angeleuchtet

Lothar Heinke

Leuchte, Berlin, leuchte: Mit einer Lichtschau und glitzernden Wasserfontänen vor der Humboldt-Universität beginnt am heutigen Dienstag um 22 Uhr das „Festival of Lights“. Zum vierten Mal möchten die Veranstalter etwas Licht in den Oktober bringen. Dafür werden an die 50 Bauwerke in die Tönung des Regenbogens getaucht, „Lichtdesigner“ arrangieren wechselnde Farben und Formen für Straßen, Plätze und Bauwerke, die man auf ganz neue Weise erleben wird: Ein gezacktes Gitter fällt von der Spitze des Funkturms in die Tiefe, ein Laserstrahl verbindet den „langen Lulatsch“ im Westen mit dem illuminierten Fernsehturm am Alex, wo S-Bahnhof und Kaufhof ebenso bestrahlt werden wie der nahe Dom oder das 30-jährige Internationale Handelszentrum. Auch die Nikolaikirche, der Hauptbahnhof, die Siegessäule, das Schauspielhaus, die Gedächtniskirche, das Europa-Center, die Oberbaumbrücke und die Philharmonie werden beleuchtet. Bis zum 26. Oktober kann man die Farbenspiele jeden Abend vom Einbruch der Dunkelheit bis nach Mitternacht genießen.

Das Festival ist mittlerweile ein Touristenmagnet. Sein Erfinder, Siegfried Helias von der City-Stiftung, freut sich, dass die Idee, zu zeigen, was Berlin auch Nachts Schönes zu bieten hat, immer mehr Freunde, Mitstreiter und Sponsoren findet. Diesmal präsentiert auch der Senat eine Idee. Unter dem Motto „Ein Zeichen für Berlin!“ ruft er dazu auf, diesen Sonnabend um 21 Uhr an einem Lichtspektakel mitzuwirken. Ab 20.30 Uhr werden an der Treppe des Konzerthauses Leuchtstäbe verteilt, die Teilnehmer sollen zusammen die rote Sprechblase der Image-Kampagne „Be Berlin“ nachstellen. „Sei Feuer, sei Flamme, sei Berlin“ soll das heißen und „Berliner und Berlin-Besucher zu einer einmaligen Gemeinschaftserfahrung zusammenführen“, sagt Senatssprecher Richard Meng und läutet gleich noch die internationale Phase der Hauptstadtkampagne ein: Jeweils von 19 bis 1 Uhr wird das Brandenburger Tor zur bunt leuchtenden Sprech-Bühne: Über die ganze Breite werden jene Berlin-Botschaften aufs Tor projiziert, die bis zum 20. Oktober über die Internetadresse www.sei.berlin.de/festival-of-lights an die Hauptstadtkampagne geschickt wurden. Sogar die Goethe-Institute und die deutschen Botschaften in aller Welt rufen zu der Sprüchebastelei auf. Die hellen Festivalköpfe haben sich einen Licht-Lauf ausgedacht: Am 25. Oktober geht es an vielen Lichtpunkten vorbei 7,5 Kilometer lang auf der „preußischen Meile“ zwei Mal durchs Brandenburger Tor, Start und Ziel ist der illuminierte Hauptbahnhof.

Am Sonnabend öffnen zudem einige der beleuchteten Gebäude zur „Nacht der offenen Türen“. Die Faszination der Rohrpost ist ebenso zu erleben wie das Brauhaus Südstern mit einer Führung und Verkostung im Fackel- und Kerzenlicht, und in der Staatlichen Münze in der Ollenhauerstraße gibt es ein sehr aktuelles Thema: Hier kann man zugucken, wie das Geld hergestellt wird. Lothar Heinke

Alle Adressen im Internet:

www.festival-of-lights.de

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