Strandbad Wannsee : Kalt erwischt

Am Karfreitag war Anbaden im Wannsee – bei acht Grad Wassertemperatur. Einige Hartgesottene wagten sich sogar ins Wasser. Bis Ostermontag bleibt das Strandbad geöffnet.

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Die Strandkörbe waren gut gefüllt. -Foto: ddp

Im See schwimmen sie schon rum, im Sand bauen Kinder Burgen: Im Strandbad Wannsee ist bereits Sommer – jedenfalls bis Ostermontag, denn so lange ist dort vorübergehend geöffnet. Genau zehn Hartgesottene wagten sich beim Anbaden am Freitagmorgen ins acht Grad kalte Wasser. Vor einem Monat trieben da noch Eisschollen. Der See war immerhin wärmer als die Luft draußen: Die hatte gerade mal fünf Grad, doch die kräftige Sonne ließ das vergessen. Der Frühling lockt die Berliner aus ihren Wohnungen, nach dem langen Winter genießen sie jeden Sonnenstrahl.

Hans Ullrich Meier aus Wannsee war der Erste, der sich ins Wasser gleiten ließ. Kein Bibbern, keine Gänsehaut, der 70-Jährige genoss die Erfrischung sichtlich. „Das ist ein gutes Gefühl. Ich bin hier im Winter mal beim Schlittschuhlaufen eingebrochen, das war wirklich kalt.“ Der Rentner ist abgehärtet: Jeden Morgen und Abend duscht er im Garten seines Hauses eiskalt, es sei denn, die Wasserleitung ist im Winter eingefroren. Manfred Czarnowski (48) kam gestern mit seinem 13-jährigen Neffen Marc Woldach aus Schöneberg ins Strandbad. Beide sind sich einig: Ins eisige Wasser reinzugehen ist angenehmer, als rauszukommen. Deshalb gab es zum Aufwärmen Tee aus der Thermoskanne. Czarnowski ist stolz auf seinen Neffen: „Ich hätte nicht gedacht, dass er reingeht, aber er hat’s gebracht.“

Andere wollten nur die Sonne genießen. Sie machten einen Strandspaziergang oder spannten, wie Klaus und Monika Rettinghaus, im Strandkorb aus. Das Ehepaar aus Pankow schaute zu, wie seine Kinder Therese (5) und Leo (3) mit Förmchen im Sand spielten.

Im vergangenen Jahr kamen nur vier Mutige zum Anbaden am Karfreitag, obwohl da frühsommerliche 18 Grad herrschten und der See sich auf 14 Grad erwärmt hatte. Badleiter Axel Ott glaubt zu wissen, warum gestern so viele Schwimmer wie selten kamen: „Nach dem harten Winter sind die Leute einfach sonnenhungrig.“ Schon in den vergangenen Wochen hätten die Leute am Eingangstor gestanden und hätten baden wollen. Bis Ostermontag hat das Strandbad von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Besonderer Anreiz: Der Eintritt ist frei und die ersten fünf Ankömmlinge erhalten eine Freikarte für die Saunen der Berliner Bäderbetriebe. Am Sonntag dürfen Kinder außerdem Ostereier suchen.

Sand unter den Fußsohlen gibt’s auch in den Berliner Strandbars. Seit vergangenem Wochenende werden dort nach und nach Strandkörbe, Liegestühle und Palmen rausgestellt. Am Donnerstagabend hat die Strandbar Mitte an der Spree gegenüber dem Bode-Museum die Saison mit Gipsymusik eröffnet. Täglich ab 10 Uhr gibt es dort Drinks. Der Oststrand an der East Side Gallery in Friedrichshain lässt sich noch bis 15. April Zeit. Wer am Bundespressestrand den Sonnenuntergang genießen will, muss noch länger warten. Die geplante Eröffnung zu Ostern ist wegen der kühlen Witterung verschoben. Wenn es nicht bald warm wird, öffnet der Bundespressestrand wohl erst mit der Grillmeisterschaft am 1. Mai.

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