Strandbar an der Spree : Noch ein Sommer für Kiki Blofeld?

Eigentlich hatte die Strandbar Kiki Blofeld vorigen Herbst schon Abschied gefeiert – jetzt kann sie wohl doch für eine weitere Saison öffnen. Auch der Club Maria am Ostbahnhof kann auf eine Verlängerung hoffen.

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Die Strandbar Kiki Blofeldt, gegenüber die Bar 25. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Die Strandbar Kiki Blofeldt, gegenüber die Bar 25.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Betreiber der Bar ließ den Grundstücksbesitzern über seinen Anwalt mitteilen, dass er die Uferfläche nicht wie gefordert zum Monatsende übergeben wird. Stattdessen will er am 13. Mai in die Saison starten.

Das „Kiki Blofeld“ an der Köpenicker Straße gehört zu den beliebtesten Strandbars am Spreeufer. Seit einem Jahr streiten sich die Grundstücksbesitzer mit dem Strandbar-Betreiber, erstere wollen hier auf einem Teilstück Wohnungen bauen, das Ufer aber öffentlich zugänglich lassen. In diesem Sommer wollten sie etwa dem Kinderzirkus Cabuwazi Platz bieten – nun haben sie alle Aktionen abgesagt. „Das sind Leute, die sozial tun, aber etwas ganz anderes im Schilde führen“, sagt Blofeld-Betreiber Gerke Freyschmidt, „nämlich sich selbst Wohnraum mit Spreeblick schaffen“.

Auf seine Ankündigung, das Gelände nicht zu übergeben, haben die Grundstückbesitzer inzwischen reagiert und Räumungsklage eingereicht. Dem sieht Freyschmidt gelassen entgegen: Sein Mietvertrag mit dem Liegenschaftsfonds, der das brachliegende Gelände lange verwaltete, weise formale Mängel auf und laufe daher mindestens bis Oktober.

Ganz einvernehmlich wird demnächst nebenan gefeiert. Auf dem Gelände an der Köpenicker Straße 50 arbeiten seit Tagen Handwerker, um die dortige alte Seifenfabrik zu sanieren. In Kürze werden hier für zwei Jahre ein Restaurant und eine Bar eröffnet. Um die Betreiber wird derzeit noch ein Geheimnis gemacht, zwei aus dem Team sollen zur ehemaligen Bar 25 gehören, zudem sollen einige „sehr bekannte Gesichter“ aus dem Berliner Kulturleben mitmischen, heißt es. Zumindest der Name des Restaurants scheint inzwischen klar: „Kater Holzig“. Auf der dazugehörigen Internetseite sieht man bisher bloß einen zigarrerauchenden Kater mit Melone.

Ein anderer Club ganz in der Nähe kann womöglich etwas länger seine Türen öffnen als gedacht: Der „Maria am Ostbahnhof“, die einem Neubau-Komplex mit Hotel und Wohnanlage weichen muss, soll angeblich eine Weiternutzung bis Anfang Dezember angeboten werden. Eigentlich sollte am 21. Mai Schluss sein, für die Abschiedsparty wurden bekannte DJs wie Modeselektor gebucht. Clubbetreiber Ben de Biehl will das Angebot prüfen, allerdings liegt ihm bis jetzt kein Vertrag vor, außerdem sei es zu kurzfristig, um jetzt noch Partys für das gesamte Jahr zu organisieren. Er kann sich nur einzelne Veranstaltungen vorstellen, nicht mehr unter dem Namen „Maria“, sondern „ADS“ – An der Schillingbrücke.

Ärger gibt es auch in Prenzlauer Berg. Hier beschweren sich weiter Anwohner über zu viel Lärm aus Clubs. Nach dem Aus des „Knaack-Klub“ und des Wegzugs der „Bar zum schmutzigen Hobby“ nach Friedrichshain gibt es nach Auskunft des Pankower Stadtrats Jens-Holger Kirchner (Grüne) nun auch eine Anwohnerbeschwerde über das „Ballhaus Ost“ in der Pappelallee. Dessen künstlerischer Leiter Daniel Schrader zeigt sich überrascht: „Wir sind schließlich kein Club, sondern in erster Linie ein Theater.“ Konzerte gebe es nur vereinzelt – und da werde auf den Dezibel-Pegel geachtet. Der Bezirk prüft nun.

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