Stadtleben : Straßenkinder und Eliten

Sie zählt zu denen, die sich Geben zur Lebensaufgabe gemacht haben – selbst dann noch, wenn man sich auch mal für einen Moment ausruhen könnte auf dem, was durch Geben entsteht. „Charity-Lady“, „Mäzenin“ oder auch nur „die gute Frau von Schwanenwerder“ wird Barbara Monheim gelegentlich genannt; am Donnerstagabend hatte sie wieder einmal allen Grund zum Geben. Weiße Rosen waren es, die sie dem Spitzendiplomaten und künftigen Chef der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger überreichte; der hatte mit einem klugen Vortrag im Internationalen Club des Auswärtigen Amts gerade das erste Seminar der von Monheim gegründeten „Bela-Stiftung“ eröffnet. Es geht, das kann bei Monheim nicht überraschen, um die Jugend im erweiterten Europa. Anders als bei ihrem Straßenkinderprojekt in Kiew steht bei „Bela“ die Förderung junger Führungskräfte im Mittelpunkt. „Europa wächst nicht von ganz allein“, sagte die gebürtige Polin; „wir brauchen die Inspiration junger Leute, um Ost- und Westeuropa voranzubringen“. Viele waren gekommen, um die 20 Seminarteilnehmer aus zehn Ländern kennenzulernen – darunter CDU-Außenpolitiker Eckart von Klaeden, sein FDP-Kollege Alexander Graf Lambsdorff und Polens Botschafter Marek Prawda. Im Zentrum des Seminars steht eine Frage, die sich ruhig auch die Spitzenpolitiker in Europa stellen müssten, sagte Ischinger: Was will die EU sein – globale Macht oder Papiertiger? Wolle man Ersteres sein und von den USA ernst genommen werden, dann müsse man bei weltweiten Krisen auch militärisch mehr Verantwortung übernehmen, forderte Ischinger.SB

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