Styling : Die Schau lebt nicht vom Kleid allein

Zum Gesamteindruck einer Kollektion gehören auch perfektes Haar und Make-up. Natürlichkeit und Eleganz, Stärke und Zerbrechlichkeit sind die Gegensätze, mit denen gespielt wird.

Eva Kalwa
Styling
Das Gesicht ist die Grundlage, auf der Stylisten den Look aufbauen. -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Kilian Kerner war im vergangenen Sommer zum ersten Mal und mit großem Erfolg auf dem Bebelplatz dabei. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an seine neue Kollektion mit dem Titel „gute nacht, du wunderschöne(r)“.

Damit der Gesamteindruck bei der Modenschau am Samstag perfekt ist, bespricht Kerner beim sogenannten „Looktest“ einige Tage vor der Schau Frisuren und Make-up bis ins kleinste Detail mit den Haarstylisten und Visagisten. Natürlichkeit und Eleganz, Stärke und Zerbrechlichkeit sind die Gegensätze, mit denen er spielen möchte, passend zu den Fellkleidern mit Lederapplikationen und langen goldfarbenen Kleidern aus seiner Kollektion.

Das Make-up soll die verschiedenen Qualitäten unterstreichen und eine Mischung aus Erfahrung und Offenheit widerspiegeln. Seine Inspiration hat Kerner sich bei alten Filmklassikern geholt. Er bewundert die großen Leinwandgöttinnen aus der Zeit von Marlene Dietrich und Greta Garbo, auch wenn seine drei großen weiblichen Idole aus der Gegenwart stammen: „Ich liebe die drei Kates. Eine Mischung aus ihnen ergäbe die perfekte Frau: Winslet, Moss und Blanchett!“ Es ist klar, worauf Kerner hinaus will: das Ideal einer Weiblichkeit, die zugleich intelligent und schön, stark und verletzlich ist.

Auch Haarstylist André Märtens denkt an Hollywoodstars wie Rita Hayworth, wenn er beim Looktest Kerners Vorstellungen von der perfekten Frisur für die neue Show umzusetzen versucht. „Das Ziel ist eine sanfte, gleichmäßige Wellenbewegung, die von einem akkuraten Mittelscheitel und viel Glanz akzentuiert wird“, erklärt der Berliner Friseur, während er Strähne für Strähne eines dunkelhaarigen Models auf große Wickler dreht. Das Styling kann an die zwei Stunden dauern, gerade wenn das Model keine Naturwelle hat.

Doch findet Märtens, der als „Head of Hair“ für die Frisuren aller Models auf der Fashion Week verantwortlich ist, die Zusammenarbeit mit Kerner leicht: „Kilian hat eine sehr gute Intuition und eine genaue Vorstellung davon, welcher Look zu seiner Kollektion passt.“

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