Telmo Pires : Schöner Sänger, schöne Schwermut

„Sinal“ heißt Zeichen. Und das Album gleichen Namens hat Telmo Pires, Deutschlands einziger Fado-Solist, zusammen mit der Jazzpianistin Maria Baptist eingespielt.

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Foto: Mike Wolff

„Sinal“ heißt Zeichen. Und das Album gleichen Namens hat Telmo Pires, Deutschlands einziger Fado-Solist, zusammen mit der Jazzpianistin Maria Baptist eingespielt. Am heutigen Donnerstag um 22 Uhr stellen sie es live im Quasimodo in der Kantstraße 12a in Charlottenburg vor. Nur drei der eleganten, in weichem Portugiesisch gesungenen Songs des Albums sind klassische Fados, alle anderen Eigenkompositionen der beiden Berliner. Telmo Pires lebt seit acht Jahren hier und hat seine Gesangskarriere als Chansonnier begonnen. Als Kind portugiesischer Gastarbeiter ist er in Bottrop aufgewachsen. Und die schön schwermütige, portugiesische Variante des Chansons, der Fado, bedeutete für ihn, den Migrantenjungen, schon früh ein Stück Heimat und Identität. Nur traurig, wie oft beschrieben, sei die Musik, deren portugiesischer Name Schicksal heißt, nicht, sagt Temo Pires – sondern reich an menschlichen Dramen, Verlust, Liebesweh, Weltschmerz, Sehnsucht und Schönheit. Die vielen Dreckecken und historischen Narben Berlins passen für ihn genau dazu. Einen ersten Fado über seine Wahlheimat hat er schon geschrieben. Bislang allerdings nur für die Schublade. Sicher ein sehnsüchtig schimmerndes Lied. gba

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